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Unterwegs im Südwesten Rumäniens

Nachdem wir in Lindenfeld unsere Zelte abgebrochen haben, geht es weiter Richtung Donau, die im Südwesten die Grenze zwischen Rumänien und Serbien bildet. Südlich von Anina liegt der Nationalpark "Cheile Nerei Beusnita" der ein paar Naturschönheiten zu bieten hat. Hier wollen wir hin. Auf der Nationalstraße 6 kommt man an einer etwas außergewöhnlichen Kirche vorbei, der Piatra Scrisa. Der Legende nach hat man hier beim Bau eines Eisenbahntunnels im Berg einen bemalten Felsen gefunden. Aus diesem Grund wurde der Tunnelausgang ein paar Meter verlegt und eine kleine Kirche am Fundort gebaut.

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Die Piatra Scrisa. Da sie von Norden kommend hinter einer Kurve liegt, muss man aufpassen, dass man nicht vorbeifährt...

Erstes Ziel im Nationalpark ist die Cascada Bigar. Leider fließt wenig Wasser aufgrund der schon lange anhaltenden Trockenheit.
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Auch bei der Cascada Beusnita kann man von einem Wasserfall kaum reden. Wir wandern vom Zeltplatz an der Fischzuchtanlage morgens zeitig los. Erstens um der größten Hitze zu entgehen und zweitens, um vor den anderen Touris an der Cascade zu sein. Schließlich ist gerade Hauptferiensaison und hierher kommen viele Rumänen.


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Wenig Wasser, man kann den Wasserfall nur erahnen...

Was viele nicht wissen: Wenn man die Cascade umgeht, kommt etwa 500m weiter hinten eine weitere, die auch recht schön ist. Vor allem ist man hier durchaus alleine und kann die Stille geniesen.

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An der ersten Cascade muss man etwas klettern, dann hält man sich immer links des Wassers. Ein kleiner Trampelpfad ist gut erkennbar.


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Die zweite Cascade. Hier ist der Wasserfall schon besser zu erkennen...

Es gibt hier auch ein paar kleine Höhlen, die man erkunden kann. Diese sind je nach Wasserstand mehr oder weniger gefüllt.

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Hauptattraktion des Nationalparks ist die Schlucht, die die Nera in die wilde Landschaft gegraben hat, die Cheile Nerei. Um diese sehenswerte Klamm zu erleben, muss man diese jedoch komplett durchwandern (etwa 20km). Leider liegen Ost- und Westausgang der Schlucht jedoch aufgrund der fehlenden Straßen im Nationalpark straßentechnisch sehr weit auseinander. Also muss man entweder hin und zurück wandern oder irgendwie einen Transport organisieren. Wir begnügen uns damit, einen Teil zu laufen. Damit kommt man zwar nicht an die wirklich spektakulären Stellen, aber schön ist es trotzdem.

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Reptilien gibt es hier jede Menge. Hier hat sich eine junge Sandotter (giftig!) an einer Felskante in Verteidigungsstellung begeben...

Schön hier. Und irgendwann werde ich die Schlucht auch mal ganz durchwandern.

Nach wenigen Kilometern Fahrt erreichen wir schon die Donau, die hier die Grenze zu Serbien bildet. Der große Fluss zwängt sich hier an einigen Stellen doch durch enge Abschnitte. Hier gab es in der kommunistischen Zeit viele Fluchtversuche von Rumänien nach Jugoslawien, die oft tödlich endeten: entweder durch einen Schuß der Grenztruppen oder durch Ertrinken.

Auch hier finden wir eine intakte Natur, viele Eidechsen und Schmetterlinge vor. Und in der Donau wimmelt es von Fischen und Würfelnattern.

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Diese Würfelnatter hat sich eine zu große Beute gesucht. Nach langem Versuch ihn zu verschlingen, kommt der Frosch dann doch frei und kann verletzt, aber lebend, entkommen.

Ein großes Warnschild, weisst schon sehr früh auf die Sperrung der Uferstraße hin. Leider gibt es keine andere. Die ausgeschilderte Umleitung würde einen Umweg von sicher 100km bedeuten und wir würden praktisch nichts von der Donau sehen. Wir verlassen uns auf unseren Riecher und die Hoffnung, dass die Rumänen schon einen Weg an der Sperrung vorbei ermöglichen. Und so ist es. Es gab einen Steinrutsch, aber Absperrungen sind dafür da, dass man sie beiseite räumt (nicht wir, das war schon so!) und wir passen mit dem LKW gerade so vorbei...

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So erwartet uns als Belohnung auch Decebal und freut sich darüber, dass wir vorbeischauen...
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... und Heike bedankt sich mit einem kleinen Kuss.
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Der letzte Abschnitt an der Donau entlang führt uns dann an Orsova vorbei zum "Eisernen Tor", was wir uns aber etwas spektakulärer vorgestellt hatten...
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Durch die Stauung am Eisernen Tor, bildet die Donau hier einen über 100km langen (aber schmalen) See.

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