Indian Summer in Romania: Wandern im Trascau-Gebirge (Rumänien, 2014)

Endlich habe ich es mal geschafft: Nachdem ich in den letzten Jahren mehrmals in Rumänien war (einmal als Reise mit unserem Geländewagen und mehrmals im Rahmen von Hilfsaktionen des Deutsch-Rumänischen Freundschaftskreises Saarland), stand nun eine Wanderung in diesem schönen Land an. 7 Wandertage hatten mein Mitwanderer Harald und ich zur Verfügung, danach flog er zurück und ich traf mich mit anderen Helfern noch zu einer weiteren Woche Hilfsaktion.

Auf alten Hirtenwegen geht es weiter
Indian Summer in Romania. Bei bestem Wetter und traumhaften Herbstfarben ging es auf alten Hirtenpfaden durch das Trascau-Gebirge in den Westkarpaten.

Die rumänischen Karpaten sind ein traumhaftes Wandergebiet: Viel Natur, freundliche Menschen und durchaus spektakuläre Landschaften. Einzig mit dem Wetter waren wir vorab skeptisch, schließlich war es Mitte Oktober und unsere Wanderstrecke überschritt auch hin und wieder 1200m-Meereshöhe. Also war beim Packen des Rucksackes durchaus die Frage: Welche Klamotten? Gefriert es nachts? Doch es kam ganz anders: Wir hatten durchweg sehr schönes Wetter, die ersten Tage strahlend blauen Himmel und Sonne und Temperaturen von 24°, was für uns und die rund 20kg schweren Rucksäcke schon zu viel war. Und so sollte uns (vor allem mich) ein Thema beschäftigen, dass mir vorab nicht in den Sinn gekommen wäre: Mangel an Trinkwasser. Die 20 kg auf meinem Rücken, meine sportliche Leistungsfähigkeit und vielleicht auch etwas das „leichte“ Übergewicht, führten – in Verbindung mit den unerwartet hohen Temparaturen – zu fleißigem Schwitzen, was die 3 Liter Trinkwasser in der Trinkblase schmelzen ließen wie Schnee in der Sonne. Leider waren praktisch alle Quellen und die oberen Abschnitte der Bachläufe trocken, also mussten wir improvisieren. Aber es ging.

Trinkwasser. Hier in der Schlucht noch kein Problem, später sollte es problematischer werden...
Trinkwasser. Hier in der Schlucht noch kein Problem, später sollte es problematischer werden…

 

Hier mussten wir Trinkwasser aus einer Wildscheinsuhle nehmen. Glücklicherweise mit Filter.
Hier mussten wir Trinkwasser aus einer Wildscheinsuhle nehmen. Glücklich wer da einen Filter dabei hat.

Doch der Reihe nach: Mit dem Flieger ging es von Dortmund nach Cluj (Klausenburg), weiter mit Bus Richtung Turda. Kurz vor Turda starteten wir dann per Pedes Richtung dem ersten Etappenziel, der Cheile Turzii (Thorenburger Klamm), einer beeindruckenden Schlucht, an deren Eingang wir die erste Nacht zelteten.

Erster Zeltplatz am Eingang der Cheile Turzii (Torenburger Klamm)
Erster Zeltplatz am Eingang der Cheile Turzii (Thorenburger Klamm)

Auf mehr oder weniger gut markierten Wanderwegen und Hirtenpfaden ging es dann die nächsten Tage weiter Richtung Rimetea und dem beeindruckenden Felsmassiv Piatra Secuiului, dann über Izvoarele nach Bradesti.

Landschaftsszenen wie gemalt
Landschaftsszenen wie gemalt: Das Felsmassiv Piatra Secuiului

Rumänische Gastfreundschaft: Man fragt nach einem Apfel, dann hat man eine ganze Tüte voll Obst...
So ist Rumänien: Man fragt nach einem Apfel, dann hat man eine ganze Tüte voll Obst…

Bärenspur am nächsten Morgen, kaum 250m vom Schlafplatz entfernt.
Diese Bärenspur fanden wir eines morgens, kaum 250m von unserem Schlafplatz entfernt. War aber älteren Datums. Zur Zeit schätzt man die Bärenpopulation in Rumänien auf etwa 4000-5000 Tiere.

Von Bradesti aus wanderten wir zu dem wunderschönen verwunschenen Ort Cheia und der überaus beeindruckenden Râmet-Klamm (Cheile Râmetului). Die Durchquerung dieser Klamm war sicher das Highlight der Wanderung. Für alle Interessierten: Es geht dort nur durchs Wasser oder an Stahlseilen hängend an den Felswänden entlang. Wasserschuhe sind von Vorteil 😉

In der "Siedlung" Cheia, welche nur zu Fuß zu erreichen ist
Cheia, ein verwunschener Ort, der nur zu Fuß zu erreichen ist.

Klettern in der Cheile Râmetului
Klettern in der Cheile Râmetului

Nach dieser Leistung und dem Genuss von kaltem Bier in der dortigen Cabana, stand als kulturelles Programm eine kurze Besichtigung des Nonnenkloster Râmet auf dem Programm. Tags darauf ging es – mal wieder – bergauf Richtung Tecsesti, dann über den Muntii Cetii zur Cheile Intregalde. Am Rande dieser beeindruckenden Schlucht stiegen wir dann nach Modolesti ab. Per Autostop und Bus ging es dann zurück in die „Zivilisation“. Eine wunderschöne Wanderung, beeindruckende Landschaften, freundliche Menschen.

Nun liegt noch ein Abstieg vor uns, von Modolesti aus ging es dann per Autostop und Bus weiter.
Abstieg am Rande der Cheile Intregalde

Kurze Pause nach erfolgreichem Abstieg
Szene wie aus dem Bilderbuch: Der Verfasser neben einem alten Motzenhaus.

 
Insgesamt haben wir rund 105km zurückgelegt und dabei rund 8000 Höhenmeter absolviert. Lt. GPS-Aufzeichnung ging es rund zur Hälfte berghoch und zur Hälfte bergab. Mein Eindruck war ein anderer: Irgendwie ging es nur bergauf…

Fazit: Rumänien ist eine Wander-Reise wert.

Weitere Bilder dieser traumhaften Wanderung:

  • Anstrengendes Gelände: Gleich am ersten Tag ein steiler Abstieg

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Title: Indian Summer in Romania: Wandern im Trascau-Gebirge (Rumänien, 2014)
Date Posted: 18. Oktober 2014
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Category: Reiseberichte, Wandern
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3 thoughts on “Indian Summer in Romania: Wandern im Trascau-Gebirge (Rumänien, 2014)

  1. … nur noch wenige Tage … dann ist wieder ein Jahr vorbei …
    ich denke ihr sein auch schon vor freitag an der Luesche ..
    Gruss
    Moni & Hertschi

  2. Hallo Markus,

    Nun ist der Lütsche-Stausee wieder mal geschichte. Ich schicke einfach mal meinen link zu unserer Tour im Trascau-gebirge. Viel Spass auf meiner Webseite. Die Frage warum das Bier in Bradesti alle war,lässt sich ganz einfach beantworten:

    Weil wir vorher schon alles weggetrunken haben!!

    Gruss Stefan

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