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Holland-Tour

Mittwoch, 07.04.04

Besuch der Stadt Hoorn, Gildo haben wir nicht gefunden.
Die Stadt Hoorn ist eigentlich verantwortlich für Kap Hoorn.
Angeblich bekam Kap Hoorn den Namen, weil die Schiffe die dort rumsegelten fast alle von der Stadt Hoorn aus gestartet waren. Die Holländer haben ja auch die indonesische Reisplatte als einheimisches Essen. Sie brachten von ihren vielen Schiffsreisen viele Dinge aus dem Osten mit, die sich im Land durchsetzten, so auch die Indonesische Reisplatte.
Die Stadt ist eine kleine Hafenstadt mit altem und neuem Hafen, eine Shopping-Meile mit kleinen Cafes und klei nen Geschäften. Ein nettes Städtchen, im alten Stil.
Am gleichen Tag fuhren wir noch weiter in Richtung Sneek.

Hoorn - Hafen

Der Hafen von Hoorn

Wir mussten über die etwa 40 km lange Dammstrasse.
Rechts und links nur Wasser, eine Straße die Mittelholland mit Nordholland verbindet. Etwa in der Hälfte der Strecke ist eine Aussichtsplattform. Wer dort weniger als 20 kilo wiegt sollte sich festhalten. Der Wind hätte vielleicht die Kraft ihn über das Meer zu fegen.

Stefan im Wind

Manchmal sind ein paar Kilo mehr auch gut...

Ein paar Kilometer vor Sneek fanden wir an diesem Abend einen idyllischen Platz, lauter Grünflächen und darauf, an einem See, eine Windmühle. Schön, endlich hatten wir Holland gefunden. Auf den Wiesen ließen wir Drachen steigen, er flog und flog und flog. Doch irgendwann wurde es kalt und fing zu regnen an, so verzogen wir uns in unsere Wohnkabine und machten die Heizung an. Wir standen ja sicher wieder auf Privatgelände oder einem Platz der nicht zum Campen gedacht war. Da kamen auch schon durch den Regen 2 Radler, die direkt bei uns am Wagen hielten. Ich erklärte sofort ich würde mit ihnen reden. Ich begann ein kleines Gespräch mit den Einheimischen, was sogar ohne Holländischkenntnisse sehr gut gelang. Ich fragte sie ganz harmlos, ob sie "in den Regen gekommen seien". Das sie pitschnass waren hatte ich doch total übersehen. Ich würde sie ja reinbitten, aber es wäre kein Platz unsere Nachbarn wären schon da. Und nach ein paar Floskeln meinte ich dann ich würde reingehen, es wäre mir doch zu kalt. Lies die Einheimischen im Regen und schloss die Tür. In der Wohnkabine ging ein Gelächter los, das man mit Sicherheit noch in der nächsten Stadt hörte. Da stehen 2 pitschnass und ich frage: "sind sie in den Regen gekommen?", lasse sie dann noch in der Kälte und verziehe mich in die beheizte Kabine.
Na ja manchmal sollte man vielleicht etwas überlegen bevor man spricht. Wir waren sicher die beiden Radfahrer würden uns nach diesem Gespräch die Landbesitzer auf den Hals hetzen, der uns dann von dort wegjagen würde. Oder wir sollten das Radio anmachen: Holland würde den Deutschen den Krieg erklären, nach soviel Ignoranz. Und ich wollte nur höflich sein und einen kleinen Small-Talk halten.

Vielleicht sollte ich das nächste Mal erst die Landessprache lernen. Natürlich hatte ich in diesem Urlaub nichts mehr zu melden. Immer und überall war ich "in den Regen gekommen".
Dafür habe ich aber unseren Nachbarn, Familie Walter und meinem Mann versprochen, wenn noch einmal ein paar pitschnasse Fremde vor unserer Tür stünden, würde ich die Fremden reinbitten und dafür sie rausschmeissen. Rache ist süß. In der Nacht wurden wir dann auch noch alle zusammen von der Windmühle aus dem Schlaf gerissen, als die Pumpen angingen und einen wahnsinnigen Lärm verursachten. Aus mit der Idylle.

Übernachtungsplatz an einer Mühle

Donnerstag, 08.04.04

Die Stadt Sneek. Wir brauchen dringend eine Dusche und auch Trinkwasser. Wein hatten wir noch, den hatten wir in Hoorn gekauft. Am Eingang der Stadt Sneek, tankten wir und fragten ob wir unsere Wassertanks füllen konnten. Der junge Tankwart ließ uns unseren Tank mit 70 l Frischwasser füllen und wollte dafür keinen Cent. Wir gaben ihm ein großzügiges Trinkgeld, das wir ihm in Zeichensprache erklärten. Wie schon gesagt, die Holländer sind ein nettes Volk.
In Sneek besichtigten wir nur den Hafen und fuhren dann weiter nach Grou. Ebenfalls eine im alten Stil erhaltene kleine Stadt mit kleinem Hafen, wie Sneek auch. Weiter nach Leuwaarden. Auf unserem Plan sollte es angeblich 2 Schwimmbäder in Leuwaarden geben. Und wieder hatten wir Pech, das einzige der beiden Bäder das wir fanden hatte Schulschwimmen und der Bademeister liess sich nicht erweichen uns duschen zu lassen. Er saß hinter einer Glasscheibe, hätte er neben uns gestanden, hätte er sich sicher nicht geweigert. Das 2. Bad entpuppte sich als Sporthalle, kein Bad in Sicht. In der Nähe war ein Squash-Center ich bestand darauf dort zu fragen, ob wir vielleicht duschen dürften. Trotz größtem Abstand war der Chef einverstanden und verlangte pro Person 1 Euro Duschgeld. Na das war doch toll. Wir stürmten die Duschen und gönnten uns eine ausgiebige heisse Dusche. Es gibt nichts tolleres auf der Welt. Katharina konnte sich gar nicht trennen von der heissen Dusche. Als neue Menschen und mit den besten Wünschen für unseren weiteren Urlaub verliessen wir das Squash-Center.
Es empfiehlt sich also auch in Fitness-Centern o. ä. mal höflich nachzufragen, ob man gegen Entgelt duschen dürfte. Bester Laune fuhren wir weiter nach Drachten. Einen Schlafplatz fanden wir auf einem Parkplatz.

Freitag, 09.04.04

In Drachten liefen wir durch die Fußgängerzone und suchten den eigentlichen Hafen. Später mit dem Wagen. Unser Pfadfinder führte uns in ein Wohngebiet aus dem es keinen Uitgang mehr gab. Nach ewiger Zeit kamen wir, Gott sei Dank, dort wieder raus. Der Hafen von Drachten entpuppte sich als großer Industriehafen, ausser Container nichts zu sehen. So fuhren wir weiter Richtung Nimjwegen, dort setzen wir mit einer kleine Fähre über. Die Fährenbenutzung wurde nach Gewicht gezahlt. Fahrzeuge ab 2 Tonnen kosten 2,10 €.
Auf einem Parkplatz am Niederrhein fanden wir einen netten Platz für die Nacht. Bis es zu kalt und dunkel wurde spielten wir Fußball.

Fußball am Niederrhein

Auch am Niederrhein ist es schön...

Sonnenuntergang am Niederrhein

Samstag, 10.04.04

Besonders gutes Wetter hatten wir in diesem Urlaub ja nicht, aber an diesem Tag regnete es nur. So entschieden wir heute nur zu fahren, denn langsam wurde es Zeit in die Nähe der Heimat zurückzukommen. So fuhren wir von Nimjwegen über Roermont. Ein bekanntes und im Sommer überfülltes Wassersportgebiet in der Nähe des Ruhrgebietes, auf der holländischen Seite. Über Maasbracht-Huy-Zitadelle Richtung Dinant. Für diesen Abend mussten wir einen guten Nachtschlafplatz finden, denn am nächsten Morgen wollten auch wir Ostereiersuchen. Über einen privaten Waldweg - wir haben das Schild natürlich nicht gesehen - kamen wir nach langen Tagen endlich an einen Platz mitten im Wald. Es war zwar ein Platz auf dem Holz verarbeitet wurde, aber wer würde schon Ostersonntag arbeiten.
Ein kleines Erlebnis wollten wir noch haben in diesem Urlaub so beschlossen wir eine Nachtwanderung zu machen. Mit festen Schuhen und Taschenlampen wagten wir uns bei Dunkelheit in den ersten Wald, denn in Holland hatten wir ja keinen gefunden. Zu Gesicht bekamen wir aber nur einen Hasenfuss: Yasmin. Nicht mal der Osterhase war zu sehen.

Wald

Endlich wieder Wald in Sicht...
Und tatsächlich kamen am Ostersonntag morgens Leute mit Auto und Hänger um Holz zu machen, sicher nicht ganz legal.

Sonntag, 11.04.04

Ob er uns gefunden hatte, der Osterhase? Eigentlich hatten wir keine Bedenken, er hatte uns im vorigen Jahr in den Pyrenäen gefunden, da würde er uns sicher im einzigen Wald von Holland finden. Katharina und Yasmin konnten gar nicht alles tragen, was sie fanden. Wir anderen fanden auch eine Menge, nur Markus, wäre ohne die Spürnase von Katharina, leer ausgegangen. Nach einem langen Osterfrühstück mit allem Pipapo fuhren wir weiter nach Dinant.

Ostereier suchen

Glück gehabt, der Osterhase findet uns auch auswärts...

In dieser Stadt wollten wir eine Zitadelle besichtigen. Der Eintrittspreis verschlug uns die Sprache. So beschlossen wir, diese Zitadelle nicht zu besichtigen, denn sie wäre mit Sicherheit nicht viel anders, als die Zitadelle in Bitche, die wir erst einige Wochen vorher besucht hatten. Bei der Durchfahrt durch Dinant lasen wir etwas von einer Straussenfarm, diese suchten wir und guckten uns die großen Vögel an, anstatt Kriegsbilder.
Auf der Farm gab es ausser Strausse auch Emus und Nandus. Das sind die kleinere Strauss-ähnliche Arten. Am Ende der Farmbesichtigung stand für Stefan fest, anstatt Gänse mitzubringen aus dem Urlaub sollte es in diesem Jahr ein Nandu sein. Gott sei Dank wurden auf dieser Farm keine verkauft, es war ihm sehr ernst damit. Nun mussten wir uns aber langsam zur Fahrt weiter in Richtung Heimat begeben.

Nandus

Nandus sind wirklich interessant. Stefan überlegt ernsthaft, ob 2 Stück in den Garten passen...

Die Rückfahrt brachte uns noch mal durch Belgien, wo wir noch schnell diese superfeinen Pralinen kauften und dann weiter an diesem Tag bis zur Luxemburgischen Grenze. In einem Waldstück (gibt es in Belgien öfters als in Holland) fanden wir einen Wildstellplatz für die Nacht. Auch an diesem Abend konnten wir kein Lagerfeuer machen. Ausser der Kälte hielten uns die vielen Wildschweinspuren am Platz davon ab.

Montag, 12.04.04

Nun hieß es nur noch nach Hause fahren. Denn die schlechten Seiten des Urlaubs mussten auch noch erledigt werden. Schmutzwäsche, Reinigung der Wohnkabine und alle anderen Dinge mussten noch an diesem Tag geschehen, denn am nächsten Tag hieß es schon wieder arbeiten. Auf der Heimfahrt war in diesem Jahr das Thema Nummer eins: Die Anschaffung eines Nandus. Im letzten Jahr hatten die kleinen Gänse im Auto unsere ganze Aufmerksamkeit.
So behalten wir zum Schluß Holland als nettes Urlaubsziel in Erinnerung, das bei besserem Wetter mit Sicherheit reizvoll ist, aber uns alten Outdoorfreaks nicht die Möglichkeiten bot, wie die Pyrenäen im Jahr zuvor.

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