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Chaos in der Eifel

Stefan und Juliane vom 31.08. - 10.09.08

geschrieben von Juliane

Sonntag, 31.08.08

Stefan und ich haben eine kleine Tour durch die Eifel geplant, und dafür einige Sehenswürdigkeiten ausgesucht, die wir uns anschauen wollten. Sonntags morgens ging es mit dem Mitsubishi Colt, der unseren Wohnwagen ziehen musste, los. In Freundeskreises nennen sie unseren Wohnwagen „Tabbert Comtesse“, was natürlich übertrieben ist. Es ist ein knapp 4m langer Knaus. Da wir aber vorher immer mit dem Nissan mit kleiner Wohnkabine unterwegs waren, ist dieser Knaus schon Luxus. Nur die Fahrerei ist eigentlich eine kleine Qual. Es besteht nicht die Möglichkeit in den Wald, oder auf Wiesen zu fahren und dort zu nächtigen, oder sogar zu campen. Man muss immer Campingplätze anfahren, was Geld kostet, und außerdem nicht abenteuerlich ist.

Zur Zeit haben wir aber keine andere Möglichkeit, und nutzen lieber diese, als zu Hause zu bleiben.

Ich hatte zu Hause mit Karte und einem Buch über die Eifel „Ein schöner Tag“ Band 1 Ewald Hoppen, Herausgeber, eine Route zusammengestellt. Nach dieser Tour kann ich das Buch nicht empfehlen, es fehlen überall nähere Angaben, die telefonisch eingeholt werden sollen. Noch nie vorher hatte ich mich so intensiv mit einer Route beschäftigt, deshalb ist wohl auch so viel schief gegangen.

Nun denn, als erstes Ziel hatte ich ein antikes Kraftwerk in Heimbach ausgesucht. Dieser Fauxpass war meine Schuld, ich hatte nicht auf die Postleitzahl geachtet. Auf der Karte fand ich nach kurzem Suchen Heimbach im Hunsrück, das war's doch.

Oder auch nicht. Für mich begann die Eifel im Hunsrück, jetzt weiß ich es besser. Es sah aber auch zu schön aus, direkt hinter St.Wendel, weiter Richtung Freisen, stand da Heimbach. So fuhren wir dann auch. In Heimbach bei Birkenfeld angekommen konnten wir kein antikes Kraftwerk ausmachen. Unser Navi zeigte uns dann auch (bis Heimbach waren wir ohne Navi gefahren), das es noch ein zweites Heimbach gab. In der Nähe von Köln. Zu dem Kölner Heimbach passte auch die Postleitzahl für das antike Kraftwerk.

Vielleicht hätte ich in Erdkunde nicht so oft schlafen sollen, dann hätte ich auch mitbekommen, dass der Hunsrück nicht die Eifel ist. Na ja, es war nicht so schlimm, die Richtung stimmte und außerdem haben Stefan und ich Urlaub, sobald wir von zu Hause wegfahren, egal was passiert. Da es hier nicht zu sehen gab, außer die Gesichter der Bewohner von Heimbach. Die uns nach sahen, als hätten sie noch nie ein Wohnwagengespann durch ihre kleinen Gassen fahren gesehen, fuhren wir weiter Richtung Daun. Wir kamen dabei am Erbeskopf vorbei, wo wir kurz rasteten und den Berggipfel mit immerhin 816 m Meereshöhe erkundeten. Irgendetwas von der Armee ist auf dem Gipfel, siehe Bild, aber was das ist, kann ich nicht sagen.

Erbeskopf

Weiter ging es Richtung Manderscheid dort wanderten wir um das Meerfelder Maar.

Meerfelder Maar

Das größte Maar in der Eifel. Eigentlich ist es ein See, an dem an diesem Tag noch viele zum Baden unterwegs waren, auch Kapitäne und Angler versuchten ihr Glück. Nur wegen ihrer Entstehungsgeschichte heißen verschiedene Seen in der Eifel Maar. Wir fuhren weiter Richtung Gillenfeld, wo wir in der Nähe des Pulvermaars den ersten Campingplatz besuchten. Bis dorthin kamen wir noch am Holzmaar, ein ganz kleines Maar, vorbei. Nachdem wir den Wohnwagen abgestellt hatten, fuhren wir nach Daun um essen zu gehen und  uns im Kino einen Film anzusehen.

Montag, 01.09.08

Ich war sehr früh wach und nutzte dies um eine früh morgendliche Tour Richtung Pulvermaar zu machen. Es war wunderschön, alles ganz friedlich und die Sonne ließ das Maar glitzern. Das Pulvermaar in der Eifel ist das tiefste Maar. Es ist ca. 75 m tief.

Die Entstehung der Maare wird wie folgt beschrieben. Ein Maar ist eine Krateröffnung, die beim Ausbruch des Vulkans das Grundwasser mit hoch spülte. Beim Ausbruch der Lavamasse brachen die Gesteinsschichten darunter weg und bildeten eine Kuhle in der das Grundwasser stehen blieb. Schön ist eine Rundwanderung um die drei dicht beieinander liegenden Seen des Schalkenmehrener, des Weinfelder und des Gemündener Maars. Was nicht heißen soll, wir wären gewandert.

Unser nächstes Ziel war Birresborn bei Gerolstein. Laut schlauem Buch gab es dort die Eishöhlen zu besichtigen. In Birresborn liefen einige Touristen offensichtlich planlos umher. Auch wir fanden kein Hinweisschild auf die Eishöhlen. So fragten wir in einem Geschäft danach. Der Besitzer erklärte uns nach einigem Zaudern, wie wir dorthin kämen, aber auch, das die Birresborner Bürger kein touristisches Ziel aus den Eishöhlen machen wollten, um die dort lebenden Fledermäuse zu schützen. Aus diesem Grund wären auch 4 der 5 Höhlen schon verschlossen worden. Sie hätten dort aber noch eine Sehenswürdigkeit, Adam und Eva, die wir dann gerade besuchen könnten, wenn wir schon da wären. Wir stellten den Wohnwagen im Dorf ab und fuhren die beschriebene Richtung nur mit dem PKW. Nach einigem Suchen im Wald fanden wir auch die Birresborner Eishöhlen. Es war wirklich nur eine offen, die anderen waren durch ein Gitter gesichert.

Mit der Taschenlampe bewaffnet gingen wir in die Höhle. Doch außer Gesteinsbrocken, die uns den Weg erschwerten, war nichts zu sehen. Kein Eis, und auch keine, wie wir dann wenigstens gehofft hatten, Fledermaus. Ein Loch im Boden voll mit Gesteinsbrocken, so sahen die Eishöhlen aus. Die Schächte in den Höhlen führen weit nach unten. So kann die kalte Luft im Winter weit vordringen, im Sommer aber nicht mehr abfließen. Wenn es eisig genug ist, bilden sich aus dem Tropfwasser Zapfen. Wir hatten wieder Pech und bekamen noch nicht mal eine Fledermaus zu sehen. Angeblich leben 11 von 22 in der Bundesrepublik lebenden Fledermausarten hier. Gut, hier gab es nicht viel zu sehen, wir hatten aber noch die Option auf „Adam und Eva“, die zweite Sehenswürdigkeit in Birresborn. Also auf dorthin. Der Weg war gut ausgeschildert, so fanden wir „Adam und Eva“ relativ schnell. Zwei uralte, der Beschreibung nach 200 Jahre alte,  Kiefern die ca. 20 m hoch sind. Die eine hieß Adam, die andere Eva. Irgendwie kamen wir uns veräppelt vor.

Adam und Eva

Wir lachten uns halb tot, damit hatten wir nicht gerechnet. Schnell den Wohnwagen wieder angehängt, und weg hier. Dann doch lieber schnell nach Mayen um mit der Nostalgiebahn eine schöne Fahrt durch die Eifel zu machen.

Wir entschieden uns erst in Richtung Laacher See zu fahren. Um  dort auf einem Campingplatz  den Wohnwagen abzustellen und die nächsten Besichtigungen nur mit dem PKW zu machen. Auf einem gehobenen Campingplatz belegten wir einen Premium-Platz direkt am See. Eine wunderschöne Aussicht und gutes Wetter hatten wir auch. Wir genossen bei einem schönen Grillgut und einer Flasche Wein den tollen Sonnenuntergang.

Dienstag, 02.09.08

Mit dem PKW fuhren wir nach Mayen um die Abfahrtszeiten der Nostalgiebahn zu erfahren.

Wie sollte es anders sein, weder an Ost- noch an Westbahnhof Mayen fuhr an diesem Dienstag eine Nostalgiebahn. Wer da mitfahren will muss samstags, sonntags oder feiertags vorbei schauen. Ziemlich enttäuscht fuhren wir noch ein wenig durch die Stadt Mayen, die mir aber nicht sonderlich gefiel.

So entschlosssen wir uns nach Namedy bei Andernach zu fahren, um dort den Geysir „Namedy“, der alle 100 Minuten ca. 60 m Kohlensäure als Wasserfontäne aus dem Boden schießen soll, zu besichtigen. Den Ort Namedy fanden wir auf Anhieb, aber von einem Geysir, oder einem Hinweisschild darauf keine Spur. So blieb mir nichts anderes übrig, als die im oben genannten Buch angegebene Telefonnummer zu wählen.

Die nette Dame am Telefon meinte, der Geysir sei nur bis 31.08. zu besichtigen und liege auf einer Halbinsel, auf die man nur mit dem Schiff komme. Das ging doch alles nicht mit rechten Dingen zu. Diese Sehenswürdigkeit sollte einer unserer Höhepunkte der Eifeltour werden. Wieder einmal enttäuscht und auf das Buch schimpfend fuhren wir noch etwas umher. So kamen wir zur „Burg Namedy“. Dort stiegen wir aus und besichtigten den Burginnenhof. Dort parkten einige dicke Schlitten, Jaguar, Mercedes und so. Als ich in den Burggarten spitzte, sah ich die Hausherrin Prinzessin Heide von Hohenzollern, die gerade am Telefon englisch parlierte, sehr wahrscheinlich redete sie gerade mit Prinz Charles. Woher ich wusste, daß es Prinzessin Heide von Hohnzollern war? Am Eingang der Burg hingen Bilder, auf denen sie die Burg als Hochzeitsdomizil für jedermann (ha ha ha) anpries.

Na wenigstens etwas hatten wir in der Eifel zu sehen bekommen, obwohl ich das nicht ausgesucht hatte.

Burg Namedy

Da Andernach im Nachbarort lag, fuhren wir dorthin, spazierten durch die Altstadt gingen schön Kaffee trinken und dachten über die vielen „Schüsse in den Ofen“ auf dieser Tour nach. Auf dem Rückweg besuchten wir das Naturkundemuseum am Laacher See, welches mitten im Wald in einem schönen alten Gebäude untergebracht ist.

Naturkunde-Museum Laacher See

Zurück auf dem Campingplatz machten wir uns über eine Flasche Wein und leckeres Grillgut her. Auch an diesem Abend konnten wir draußen grillen, wobei wir zur anderen Seite des Wohnwagens ausweichen mussten, der Wind blies uns fast die Würste vom Teller. Es war aber warm, oder besser gesagt wir waren doch keine Weicheier, denn wir waren die einzigen die draußen aßen.

Mittwoch, 03.09.08

Wir verliessen den Campingplatz und fuhren Richtung Bonn.

Auf einem Wohnmobilstellplatz stellten wir das Gespann ab. Mit der S-Bahn fuhren wir in die Stadt. Ich hatte einen Stadtführer, in dem ich aber nichts gefunden hatte, was uns sonderlich interessierte. Amtshäuser, Kirchen, Museen, wer so was sehen will, gut und schön, wir nicht. Wir bummelten durch die Einkaufspassage, aßen eine Kleinigkeit und holten unser Gespann wieder ab. Am schönen Rhein entlang fuhren wir gemächlich Richtung Köln-Wesseling. Die Strecke ist wirklich schön.

In Wesseling besuchten wir Freunde von uns, die am 11.11 um 11.11 Uhr als Dalmatiner verkleidet geheiratet hatten. Auf der Hochzeit waren wir damals auch als Burgfräulein und Scheich. Die Kölner sind schon komisch. War aber ganz lustig. Der Besuch wurde ein langer feuchtfröhlicher Abend.

Donnerstag, 04.09.08

Am Morgen brachte uns unser Gastgeber sogar Brötchen am Wohnwagen vorbei. Wir hatten ganz in der Nähe die Nacht auf einem Parkplatz gestanden. An einem schönen Park mit Ententeich.

Ententeich

Wir beschlossen nach dem Frühstück schon heute zum „Sahara-Willy-Treffen“ nach Wetzlar zu fahren. Familie „aach.ufftour“ wollte ja auch schon donnerstags dort sein. Über die Landstraßen fuhren wir in aller Ruhe nach Wetzlar. Dort kamen wir um die Mittagszeit an. Wir fanden Doris, Tristan und Isolde sofort. Etwas komisch angeguckt wurden wir schon, als Wohnwagengespannfahrer auf einem Expeditionsmobiltreffen.

Egal, wir waren sogar so taff und bauten mit Hilfe von Tristan uns Isolde, zum ersten Mal, das Vorzelt an den „Tabbert-Comtesse“. Was natürlich zum Gespött schlechthin wurde, außer wenn es regnete. Das wir schon an diesem Donnerstag bei Willy angereist waren, war eine gute Idee. Das Treffen war in diesem Jahr riesig, sicherlich 500 Fahrzeuge waren da, und der Platz freitags schon richtig voll.

Willy1
Willy2

Man stelle sich zwischen solchen Fahrzeugen unseren „Tabbert Comtesse“ - nicht zu vergessen mit Vorzelt - vor. Schande über uns, ich hoffe es wird bald wieder besser.

Freitag, 05. + Samstag, 06.09.08

Diejenigen, die solche Treffen kennen, wissen was dort so los ist. Gemütliches Beisammensein. Austausch nach allen Seiten. Schnäppchenschlagen von früh bis spät, das braucht man und das, das natürlich auch, wenn vielleicht auch später. Vorträge über Reisen. Gucken was die anderen so gebaut haben. Ideen klauen, oder auch nicht. Auf jeden Fall ist es immer ein angenehmer Aufenthalt, auch wenn das Wetter nicht immer mitspielt.

Sonntag, 07.09.08

Nach dem Mittagessen war Aufbruch angesagt. Die anderen fuhren Richtung Saarland zurück und wir Richtung Luxemburg. Wir hatten noch zwei Tage Urlaub und wirklich keine Lust zurück zu fahren. Über die Landstraßen fuhren wir durch verschiedene Ecken.

Beeren

Fanden einen Platz auf dem wir nächtigen konnten. Und genossen es im Urlaub zu sein.

Montag, 08.09.08

Unterwegs schauten wir uns die Stadt Koblenz an, die eigentlich ganz schön ist. Und einen sehr schönen Brunnen hat.

Koblenz Brunnen

Eine nette Fußgängerzone und viele nette kleine Lokale.

So verging auch dieser Tag zu schnell. Morgen war Heimfahrt angesagt. So fuhren wir an diesem Tag noch bis Luxemburg. In Remich stellten wir uns auf einen Parkplatz.

Dienstag, 10.09.08

Nach dem Frühstück gingen wir noch Tanken, weshalb wir diese Strecke gewählt hatten. Kauften noch ein paar Kleinigkeiten, die hier so lecker sind und machten uns auf dem Heimweg.

Was den Campingurlaub etwas unbequem macht ist, ist die Arbeit die man noch zu Hause hat. Die „Comtesse“  zu reinigen und weg stellen. Wäsche waschen muss jeder. Trotzdem finde ich unsere Touren immer wieder schön, auch wenn es die Eifel, obwohl sie wunderschön ist, mit ihren Sehenswürdigkeiten nicht gut gemeint hat. Vielleicht klappt es ja ein andermal, mit der Nostalgiebahn fahren, Eiszapfen in den Eishöhlen zu sehen, oder sogar den Geysir zu bewundern, und dann vielleicht auch im richtigen Heimbach das antike Kraftwerk zu besichtigen.

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