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Hochzeit an der Schwarzmeerküste und Asphaltfräsen mal anders…

Nachdem wir Istanbul verlassen hatten, sind wir Richtung Schwarzmeerküste gefahren. Der Straßenkarte nach zu urteilen, sah es hier nach einer schönen durchgehenden Küstenstraße aus. Und da wir in den nächsten Monaten eher trockene Gebiete durchreisen, ist doch so eine Küstenstraße durchaus das Richtige. Wir freuten uns also auf hunderte Kilometer interessanter Straße, kleine Fischerdörfer und Straßencafes. Doch irgendwie kam alles anders...

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Die türkische Schwarzmeerküste ist eine gebirgige Küste. Gleich vom Wasser weg steigt die Landschaft rasant an. In nur wenigen Kilometern landeinwärts werden bereits 2000-3000m Höhe erreicht. Somit gibt es viele Steilküsten und die Küstenstraße führt häufiger auch mal ein paar Kilometer landeinwärts. Der westliche Teil, der landschaftlich sehr schön ist, ist wenig besiedelt. Zu gering sind hier die Siedlungsflächen im sehr hügeligen Küstentreifen. Dafür geht es auf der Straße immer schön hinauf und hinunter, häufig mit Steigungen von 10% und sehr kurvenreich. Bestes Fahrgebiet für unse "Turbo-Renn-Schneggsche". Häufig quälen wir uns im zweiten Gang mit 20 Stundenkilometern 200 Höhenmeter hinauf, um diese gleich hinter den nächsten Kurven, wo das nächste Flüsschen sein Bett gegraben hat, wieder zu verlieren und erneut bei Null zu beginnen. Unschwer zu erraten, dass wir so kaum vorankommen...

Nach einer Kurve kann auch schnell mal die Straße blockiert sein. So standen wir plötzlich vor einem etwas größeren Hinderniss. Ein Tieflader, beladen mit einer nicht ganz leichten Maschine für den Straßenbau, hatte irgendwie die Kurve verfehlt und beim Rangieren mittig aufgesetzt.

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Das sieht nicht gut aus. Straße blockiert.

Mehr als ein Dutzend "Experten" waren bereits dabei, das Fahrzeug zu bergen. Jeder hat eine Idee, aber jeder eine andere... Es war bereits ein großer Radlader einer nahen Baustelle herbeigerufen worden und dessen Fahrer wollte in einem kurzen Prozeß den Sattelzug einfach rausziehen. Blöd, wenn dieser aber zwischen Vorder- und Hinterachsen aufgesetzt hat und es in beiden Richtungen bergab geht. Gutes Zureden half nicht, Stahlseil dran, der Motor heulte und der Sattelzug setzte sich in Bewegung. Leider fraß sich der Auflieger dabei immer tiefer in den Asphalt hinein.

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Irgendwas gibt nach. In diesem Fall der Asphalt...

Irgendwann hatte man ein Einsehen und einen großen Autokran bestellt. Glücklicherweise konnten wir uns an dem havarierten Sattelzug vorbeizwängen und mussten nicht abwarten, bis dieser Autokran die vielen, vielen Kilometer auf dieser hügeligen Küstenstraße hinter sich gebracht hatte.

Schlimm ist, was die Türken dem Ostteil der Schwarzmeerküste angetan haben. Hier wurde eine vier- bis sechsspurige Schnellstraße gebaut, die fast ausschließlich direkt am Wasser verläuft. Häufig sogar auf aufgeschüttem Land direkt am Strand. Die Ortschaften und Städte, die sich hier dicht aneinander reihen, werden durch diese Straße quasi vom Meer abgeschnitten und an vielen Häusern mit ehemals Meerblick, ziehen nun die LKWs auf der viel befahrenen Straße vorbei.

Interesant für Touristen sind hier nur wenige Flecken, so gibt es vor manchen Flußläufen Schwemmlandgebiete, die gerne von Vögeln als Brutrevier oder Zwischenstop beim Flug zu oder von den Winterquartieren benutzt werden. Das haben wir uns einmal angeschaut und auch ein paar Vögel vor die Linse bekommen. Auch wenn wir nicht gerade in der Hauptsaison der Zugvögel hier waren.

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Da staunten wir nicht schlecht. Wasserbüffel.

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Immer gerne fotografiert: Schwarzstorch

Verständlicher Weise fällt es bei der beschriebenen Straßenführung nicht immer leicht, einen schönen, abgeschiedenen Übernachtungsplatz zu finden. So muss ab und zu auch mal eine freie Fläche gleich am Rande einer Stadt herhalten. Hat auch den Vorteil, dass man mal mit den Leuten dort in Kontakt kommt. In der Regel finden sich dann nämlich schnell Schaulustige ein, die sich diese komischen Autos (wir sind ja aktuell zusammen mit einem weiteren Allrad-LKW von Freunden unterwegs) mal anzuschauen. Meist entstehen so mehr oder weniger ausführliche "Gespräche", je nachdem, auf welche Sprache man sich zusammen einigen kann... 😉

Nicht schlecht staunten wir, als plötzlich eine Hochzeitsgesellschaft vor uns stand, die sich sehr für unsere Autos interessierte und diese gleich samt unserer Campingstühle für Hochzeitsfotos nutzte. Sogar der Brautstrauß wurde vor unserem Auto geworfen...

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Noch gibt es ein paar schöne Ecken, wie hier der Leuchtturm bei Sinop, der auf einer Landzunge liegt, die Landschaftsschutzgebiet ist.

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Allerdings soll hier ab 2017 ein Atomkraftwerk gebaut werden. "Die spinnen, die Türken." würde Asterix sagen...

Getroffen haben wir uns auch mit einer anderen deutschen Reisenden. Sabine ist alleine mit ihrem Wohnmobil unterwegs und wird den Iran bereisen. Als Frau alleine im Wohnmobil. Chapeau.

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Auch ein 140kg-Rad kann man alleine ab und wieder dran machen: Achim beim Reifen-Workshop

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