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Island(10): Quer durchs Hochland

Lange Fahrt nach Porsmörk, Stakkholtsgja-Schlucht

Vom Flughafen aus geht es lange auf der Ringstraße bis zum Abzweig nach Porsmörk. Unterwegs nochmal Ver- und Entsorgung und wir erfreuen auch einen Tankwart. Über eine ziemliche Rüttelpiste geht es nach Porsmörk, einer "Wandererzentrale" auf dem bekanntesten Fernwanderweg Islands (Skogar - Landmannalauga). Hier wollen wir morgen eine Wanderung zu zwei Kratern, die beim Ausbruch des Eyafjallajökull im Jahre 2010 neu entstanden sind, unternehmen. Zunächst fahren wir die Piste mal ganz bis zum Ende, um einen Stellplatz zu suchen und zu schauen, wo der Wanderweg beginnt. Die Piste endet an einem Zeltplatz und dort beginnt auch der Wanderweg. Wir fahren nochmal 2 km zurück, um am Beginn der Stakkholtsgja-Schlucht zu übernachten. Da es noch nicht so spät ist und es am Ende der Schlucht einen Wasserfall geben soll, machen wir uns auf den Weg.

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Schöner Stellplatz am Eingang der Schlucht.

Die Schlucht beeindruckt durch die hohen Wände, die zu Anfang rund 30m, in der Mitte etwas weiter und zum Ende hin immer enger eine Schotterfläche begrenzen, über die bei der Schneeschmelze wohl einiges an Wasser fliesst. Zur Zeit ist die Wassermenge überschaubar, trotzdem muss man an mehreren Stellen den stark mäandernden Wasserlauf queren. Furtschuhe oder Wassersandalen sind hier von Vorteil - haben wir aber nicht. So überwinden wir das Wasser mal springend, mal über dicke Steine balancierend. Nasse Füsse kriegen wir trotzdem. Kurz vor Ende der Schlucht, ist der Wasserlauf besonders schwierig zu queren. Heike bleibt trotz Zureden zurück und ich gehe in der immer enger werdenden Schlucht alleine weiter. Hinter der nächsten Biegung endet die Schlucht abrupt und in einer Art engem Kamin, in den man durch einen schmalen Spalt hinein gelangt, fällt das Wasser aus geschätzten 40m Höhe in einen praktisch komplett von Fels umschlossenen Schlund, dessen Fläche vielleicht 5 x 5m hat. Atemberaubend. Es gibt Orte von denen man sofort ahnt, dass sie einzigartig sind und man einen solchen Platz in seinem Leben nicht mehr sehen wird. Dieser Platz gehört dazu, da bin ich sicher. Ich kann mich nicht satt sehen an den hohen steilen Felswänden, die oben sogar überhängen, so dass nur ein kleines Stück Himmel sichtbar ist. Von dort herab tropft Wasser. Der Wasserfall selbst fällt in mehreren Stufen, die Wände zeigen tiefe Rillen, die das Wasser im Laufe der Zeit geformt hat. Ich versuche zu fotografieren, doch das geht technisch in der Enge nicht gut, außerdem lässt sich ein solcher Ort mit einem einfachen Foto nicht einfangen. Dort muss man selbst stehen und mit allen Sinnen genießen.
Ich gehe zurück um Heike zu überreden, das letzte Wasser doch zu queren, auch wenn es nasse Flüsse bedeutet und dann allen Mut zusammen zu nehmen um Ihre Platzangst zu überwinden. Gemeinsam stehen wir dann in dem Felskamin und genießen den Moment. Wer also nach Porsmörk kommt, sollte unbedingt diese Schlucht durchwandern.

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Am Anfang ist die Schlucht noch weit.

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Durch diesen Eingang kommt man zum Wasserfall.

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Der Versuch eines Fotos. Oben ist nur ein kleines Stück Himmel zu sehen.





Kamikaze-Furter und eine mehr als lohnenswerte Wanderung

Heute haben wir uns eine nicht ganz einfache Wanderung zu den neuen Kratern am Eyafjallajökull vorgenommen. Dorthin sind es rund 7 km, dabei geht es jedoch rund 800m nach oben. Das hört sich steil an und ist es auch. Speziell für uns, die wir doch eher Selbstzünder-Wanderer sind, wird das nicht einfach. So stellen wir uns schon mal den Wecker, damit wir zeitig loskommen. Doch als uns dieser weckt, hören wir schon den Regen auf unser Dach prasseln. Hm, das wird wohl nichts. Also nochmal rumgedreht und weiter geschlafen. Doch später hört der Regen auf und wir beschließen, doch noch loszulaufen. Wenn wir es bis zu den Kratern nicht schaffen sollten, können wir ja vorher umdrehen. Wir fahren vom Übernachtungsplatz nochmal die zwei Kilometer bis zum Startpunkt der Wanderung direkt hinter dem Zeltplatz Basar. Dabei kommen wir an einer bekannt schwierigen Furt vorbei, bei der das Wasser der Krossa gequert werden kann, um zum zweiten Zeltplatz zu kommen. Bei diesem endet die Straße, es gibt also keinen Grund, da mit dem Auto rüber zu fahren. Wanderer kommen über eine Fußgängerbrücke oder mit einem geländegängigen Hochlandbus auf die andere Seite, beginnt dort doch der Fußweg nach Landmannalauga. Doch immer wieder versuchen sich welche an dieser Furt, die je nach Wasserstand gar nicht oder mit guten Geländewagen oder größeren Fahrzeugen zu bewältigen ist. Als wir dort ankommen, ist der Traktor des Zeltplatzbetreibers schon im Einsatz. Zwei junge Hasardeure haben sich mit einem Suzuki Jimny, dem kleinsten Geländewagen, den man in Island mieten kann, in dieses Wasser gewagt. Entweder war das Unwissen, Übermut oder die Kombination aus beidem. Das Wägelchen steht mittlerweile längs im Fluss, das Wasser strömt über die Motorhaube die Windschutzscheibe hoch, die beiden Fahrer sind aus dem Auto geflüchtet. Bis das Abschleppseil befestigt ist, steht der Traktor quer vor dem Auto im Wasser, um so den Kleinwagen etwas vor der Strömung zu schützen. Man sieht, dass der Traktorfahrer sein Handwerk versteht. Wahrscheinlich verdient dieser an den Bergeaktionen mehr, als mit seinem Zeltplatz 😉 Als das Auto endlich wieder aus dem Trockenen steht, laufen zunächst einmal viele Liter Wasser aus dem Innenraum, als die Türen geöffnet werden. Der Motor ist sicher hin und für die beiden dürfte der Urlaub heute beendet sein.

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Übermut tut selten gut. Ohne weitere Worte...

Kopfschüttelnd fahren wir weiter und beginnen unsere Wanderung. Es geht immer wieder sehr steil hinauf, an manchen Stellen sind Halteseile zur Unterstützung angebracht. Schlimmer sind jedoch die vielen Stellen mit losen Steinen, auf denen man immer wieder wegrutscht, vor allem beim Abstieg. Vor dem letzten, besonders steilen Anstieg zu den Kratern überlegen wir kurz, ob wir nicht umdrehen sollen, auch weil wir dem Wetter nicht trauen. Aber wir steigen trotzdem hinauf und laufen bis zu den beiden Kratern, wobei bei einem noch Dampf aufsteigt. Im Lavafeld machen wir ein Vesper und dann treten wir den Rückweg an. Landschaftlich ist diese Strecke ein absolutes Highlight. Schroff und tief schneiden Schluchten die Berge ein. Der Weg führt direkt zwischen den beiden Gletschern Myrdalsjökull und Eyafjallajökull hindurch, die hier oben nur wenige hundert Meter auseinander liegen. Für Wanderer ein absolutes Sahneschnittchen, wenn auch mühsam. Für "Nachwanderer": Wir haben für Hin- und Rückweg zusammen rund 4 Stunden reine Gehzeit gebraucht, dazu kamen fast 2 Stunden Pause um Fotografieren, Landschaft bestaunen, Verschnaufen und Vesper - okay, das Verschnaufen müsste als erstes genannt werden 😉 Man muss unbedingt trittsicher und an mindestens einer Stelle auch schwindelfrei sein.

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Durch ein schönes Tal geht es aufwärts.

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Immer wieder zeigen sich schöne Felsen.

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Langsam kommen die beiden Gletscher in Sicht.

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An manchen Stellen sind Hilfsmittel angebracht und auch notwendig.

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Weiter oben wird es karger.

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Auf rund 1000m Meereshöhe erreichen wir die Lavafelder des 2010er Ausbruchs. An einigen Stellen dampft es noch.

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Dann kommen die beiden neu entstandenen Krater in Sicht.

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Wir müssen noch ein Schneefeld queren, dann haben wir unser Wanderziel erreicht.

Nun sitzen wir wieder in unserem Auto, sind stolz wie Bolle und genehmigen uns als Belohnung einen Tucia (rumänischen Schnaps) in Gedenken an Karpatenwilli, der in uns einst die Wanderlust weckte.





Ein See der keiner mehr ist, Fahrt zur Hekla

Auf dem Rückweg von Porsmörk machen wir noch Station an einer Gletscherzunge des Eyafjallajökull, dem Gigjökull. Hier kann man auf einer Piste bis relativ nah an die Gletscherzunge fahren, an der sich unten zwei Eishöhlen gebildet haben, aus denen das Schmelzwasser fliesst. Die Piste hin hat eine kurze aber heftige Schrägfahrstelle und wir merken, dass unser Schneggsche deutlich schlechter mit Schräglagen klar kommt, als wir das von unserem Toyota gewohnt sind. Heike bekräftigt diese Erkenntnis mit einem lauten Aufschrei.

Am Ende der Piste sind Erläuterungstafeln angebracht, die auch Bilder zeigen. Dort wo wir stehen, war bis Frühjahr 2010 noch ein großer Schmelzwassersee. Doch beim Ausbruch des Vulkans wurde zunächst durch den Gletscherlauf der untere natürliche Damm gebrochen und dann die Mulde durch ausgeworfenes Gestein gefüllt. Island ist einem ständigen Wandeln unterworfen. Leider können wir nicht zu den Eishöhlen vordringen, da davor ein zweiter Wasserabfluss fliesst, der viel und reißend Wasser führt. Wir suchen länger nach einer Möglichkeit, geben dann aber auf.

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Der Gigjökull mit den Eishöhlen.

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Die Größe der rumliegenden Felsbrocken zeigt, dass hier auch mal mehr Wasser fliesst. Heike muss ich ganz schön anstrengen, um den Klotz aus dem Weg zu räumen...

Weiter geht es ein Stück auf der Ringstraße zurück, um dann wieder auf die F210 abzubiegen Richtung Hekla. Wir wollen nun den Süden endgültig hinter uns lassen, an der Hekla vorbei Richtung Landmannalauga und dann durchs Hochland nach Norden. Wir biegen auf eine nummernlose Jeeppiste ab, die in bestem Zustand östlich an der Hekla vorbei führt. Unweit des Vulkans, mit einem super Blick auf dieses "Tor zur Hölle", finden wir einen schönen Stellplatz. Hier sind wir mal wieder ganz alleine, kein Auto begegnet uns. Absolute Ruhe umgibt uns, nur gegen Abend setzt wieder Wind ein.

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Immer wieder eine Augenweide...

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... Farben und Formen der Landschaft.

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Stellplatz im Nirgendwo (Anmerkung: Die Reifenspuren im Vordergrund sind nicht von uns!). Im Hintergrund der Vulkan Hekla, dessen Spitze oft von Wolken verdeckt ist. Der Berg "fängt" die Wolken.

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Das "Tor zur Hölle" im letzten Licht des Tages.

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Am nächsten Tag passieren wir ein Lavafeld des letzten Ausbruches (im Jahr 2000). Die Lava türmt sich höher als unser Auto.





Wandern in Landmannalauga

Gemütlich geht es nach Landmannalauga, auch weil uns die Wettervorhersage mal wieder betrogen hat. Eigentlich hatte man uns wolkig mit Sonne versprochen, doch schon den ganzen Morgen regnet es. Wir hoffen, dass der Regen nachlässt und warten auf dem Parkplatz in Landmannalauga noch über eine Stunde. Dann lässt der Regen wirklich nach und es wird heller. Also los. Wandern wollen wir eigentlich 16km rund um den Berg Skalli. Gleich nach der Zeltplatzebene geht es steil bergauf und mehr oder weniger schnell sind die ersten 200 Höhenmeter geschafft. Der Boden ist nicht gut zu laufen, durch den Regen ist die Lehmschicht sehr weich und rutschig. Auf der Spitze eines Aussichtsberges, nach etwa 4km Strecke, entscheiden wir umzukehren. Rings um uns haben sich wieder beträchtliche dunkle Wolken versammelt und die ersten Tropfen fallen schon. Wieder in der Ebene angekommen, hört der Regen auf und wir beschliessen noch einen Rundweg durch das Lavafeld zu gehen, so dass am Ende doch rund 13km auf der Uhr stehen. Landschaftlich ist das Gebiet einmalig. Die Berge leuchten (naja, bei diesem Wetter leuchten sie nicht gerade) in verschiedenen Farben, dazwischen die schroffe Lava, grünes Moos und an ein paar Stellen raucht und dampft es. Traumhaft. Geschafft, aber voller schöner Eindrücke, kommen wir wieder an unserem Auto an. Wir fahren noch rund 30km Rüttelpiste nordwärts um aus dem Naturschutzgebiet heraus zu kommen (wo wir ja nicht übernachten dürfen).

Eindrücke aus diesem einmaligen Wandergebiet (die Farben sind echt, nicht nachbearbeitet!)

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Wartung und Fahrt gen Norden

Nachdem das Quietschen in der Lenkung immer stärker wird, fahren wir auf der 26 zu einer Tankstelle. Bei starkem Gegenwind schaffen wir es gerade so, das Fahrerhaus zu kippen (aber immerhin geht es ohne Dachträger jetzt wieder zu zweit). Schnell wird klar, dass die Kugelgelenke an der Lenkstange ein Problem haben: die Gummimanschetten sind kaputt und so kommt Wasser und Schmutz an die Gelenke. Also sprühe ich diese zumindest mit etwas Kettenfett ein, besser als nichts. Ein Blick in den Vorratsbehälter der Servolenkung lässt vermuten, dass da mehr Öl hinein gehört, aber solches habe ich nicht mit und gibt es hier nicht. Heike dreht unterdessen am Lenkrad. Das Einsprühen mit Kettenfett hat im ersten Moment gegen das Quietschen nicht geholfen, aber in dem Moment, wo ich den Voratsbehälter aufschraube, ist es weg und bleibt auch weg, als dieser wieder zu ist!? Wahrscheinlich Zufall, vielleicht hat sich das Fett mittlerweile etwas verteilt. Ich fülle auch 3l Motoröl nach (bei diesem Motor liegen zwischen Min und Max schlappe 4 Liter).

Dann geht es weiter auf der Strasse 26 (später dann F26) Richtung Norden. Die Piste ist für unseren LKW eine Katastrophe. Schlaglöcher, Wellblech und sehr steinige Abschnitte wechseln sich ab und das über 200km. Wahrscheinlich ist das für PKW mit moderner und weicherer Federung halb so wild, aber wir werden heftigst durchgeschüttelt. Dazu kommt, dass ich auf den Wellblechabschnitten nicht so schnell fahren kann, wie ich möchte. Selbst bei nur leichten Steigungen reicht die Motorleistung dafür nicht und wir fahren dann oft nur zwischen 40 und 50 km/h. Ab etwa 60km/h wird das Wellblech erträglicher, wie wir auf den wenigen ebenen Abschnitten merken. Auf dem einzigen ausgewiesenen Parkplatz zwischen der Tankstelle Hraun und der Rangerstation Nyidalur, machen wir Rast und beschließen über Nacht zu bleiben. Der Wind pfeift uns wieder mächtig um die Ohren (Windgeschwindigkeit etwa 20m/s), das Auto wankt und das Öffnen der Tür ist eine kleine Herausforderung. Immerhin haben wir, wenn die Wolken es zulassen, einen schönen Ausblick: links und rechts Gletscher (Hofsjökull und Vatnajökull) und hinter uns schaut uns noch die Hekla ab und an durch die Wolken nach.





Schwarze Wüste rechts und links der Sprengisandur-Piste

Wir hoppeln weiter bis zur Rangerstation in Nyidalur. Davor und danach geht es durch eine weitgehend schwarze Wüste ohne irgendeinen Bewuchs. Leider sehen wir nicht allzu viel davon, oft beträgt die Sichtweite nur 100m oder weniger. Unser Schneggsche ächzst und stöhnt auf dieser langen Rüttelpiste. Das Fahren strengt an, man muss sehr konzentriert die Piste beobachten, um wenigstens den größten Löchern und Steinen ausweichen zu können oder die Geschwindigkeit anpassen zu können. So macht Fahren keinen Spass.
In Nyidalur unterhalte ich mich mit dem Ranger über die Situation an der Askja, unserem nächsten Etappenziel. Der Zugang zu diesem teilweise mit Wasser gefüllten Vulkankrater, war die letzten Tage gesperrt, da eine etwa 1km breite Schlamm- und Gerölllawine abgegangen und in den Kratersee gerutscht war. Dabei gab es eine rund 40m hohe Flutwelle, die auch in den Nebenkrater Viti geschwappt war. Glücklicherweise ist niemand zu Schaden gekommen, der Erdrutsch ereignete sich nachts. Der Zugang in den Krater ist aber nach wie vor gesperrt, da weitere Lawinenabgänge nicht ausgeschlossen werden können und die Vorwahnzeit nur etwa 1 Minute beträgt, viel zu wenig, wenn man sich innerhalb des Kraters aufhalten sollte. Doch die Rundwege oben seien passierbar. Wir haben auch Glück, die Piste, die von Süden zur Askja führt, ist soeben geöffnet worden (zum ersten Mal in diesem Sommer), das erspart uns einen Umweg von rund 240km. Dafür geht es über eine anspruchsvolle Piste nördlich des Gletschers Vatnajökull, die F910 (für Kenner: aber über die "leichtere" Nordroute, die Südroute ist nach wie vor gesperrt). Also fahren wir munter los, die Fahrt geht abwechselnd über steinige oder sandige Abschnitte, dann durch ausgedehnte Lavafelder. Ein paar Furten sind zu queren, die aber kein Problem für ein großes Fahrzeug darstellen. Irgendwo ziemlich mittig, schlagen wir unser Nachtlager auf. Während des Abendessens trifft ein spanischer Wandersmann ein. Triefend nass, nach einer Tagesetappe von 50km bei Regen und sehr starkem Wind, baut er sein Zelt auf. Mitleidsvoll bieten wir ihm an, sich bei uns aufzuwärmen, aber er will nur noch in den Schlafsack, ist stehend k.o.

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Warum auch immer schimmert dieser Berg in den Farben des Regenbogens. Oder vielleicht ist dieser davor? Wir wissen es nicht.





Mondlandschaft um die Askja

Weiter geht die Fahrt über eine steinige Piste mit ausgedehnten Lavafeldern. Wir rumplen voran, meist nur 10km/h "schnell". Eine ganze Zeit hören wir ein lautes Quietschen und Knarzen, was wir an den Stossdämpfern der Kofferlagerung zu lokalisieren glauben. Irgendwann hört es auf. Wahrscheinlich sind die Stoßdämpfer jetzt keine mehr... Aber es stand sowieso schon der Austausch dieser Dämpfer gegen Stärkere auf der Todo-Liste. Nachdem sich unsere Nordroute wieder mit der Südroute trifft, wird das Fahren angenehmer. Nun geht es mehr durch Sand und Asche, es ist weniger steinig. Asche und Sand sind schwarz, die Lavabrocken dazwischen auch. Man glaubt sich auf dem Mond, so sieht es hier aus. Dies war auch der Grund, warum die NASA-Astronauten der Apollo-Mondmission hier ihre Trainingseinheiten absolvierten. Keine andere Stelle auf unserer Erde ist der Mondoberfläche ähnlicher, als die Landschaft hier um das Vulkansystem Askja.

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Die Mondlandschaft südlich der Askja.

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Dort oben waren wir ja noch nicht, aber wir könnten uns vorstellen, dass es dort ähnlich aussieht.

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Kurz vor der Askja ändert sich das Landschaftsbild und wir fahren über eine Sandfläche.

Gegen 17 Uhr erreichen wir Hütte, Zeltplatz und Rangerstation Dreki direkt am Fuße des Vulkanmassiv. Das ganze Gebiet steht unter Naturschutz und so müssen wir hier am Zeltplatz übernachten und auch wie Zeltplatzbenutzer bezahlen. Wir merken mal wieder, daß die Preise in Island recht hoch sind. Wir zahlen rund 16 EUR, nur um auf einer Schotterfläche zu stehen, die genauso aussieht, wie viele Quadratkilometer rundherum. Einzig die Toiletten sind im Preis enthalten, Duschen kostet pro Person EUR 3,25. Mit mir sind 4 Italienerinnen beim Hüttenwart, die auch nicht schlecht staunen, müssen sie doch pro Person EUR 42,- für eine Übernachtung in der Hütte (mit eigenem Schlafsack!) zahlen. Auch hier ist die Dusche nicht inbegriffen. Asterix würde sagen: "Die spinnen, die Isländer."

Wir wundern uns noch über einige identische Zelte, die auf dem Zeltplatz aufgebaut sind und vor denen zwei Flaggen und mehrere Landesfahnen im Wind flattern. Nach einer kurzen Recherche stellt sich heraus, dass es sich hierbei um das Zeltlager des Extremlaufes "Fire and Ice" handelt, einem 250km Lauf, der über mehrere Tage durch den Norden Islands führt. Wer es mag... Nun denn, jeder Ankömmling wird von den Organisatoren lautstark begrüsst. Am nächsten Morgen sollten wir auch den Start miterleben. Nur 9 Läufer machen bei diesem Event mit. Ich hätte also einen guten 10. Platz belegt.

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Fire and Ice: Die Läufer dieser 250km-Tortur machen hier Station.

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Direkt hinterm Zeltplatz geht es in die Drachenschlucht...

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... an deren Ende uns - was sonst - ein Wasserfall erwartet.



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Hier sieht man übrigens, dass ein Dachzelt in Island nicht unbedingt das Mittel der Wahl ist. Der oft starke Wind setzt den Dachzelten zu. Dieser Besitzer kuschelt mit dem Toilettengebäude, um sein Dachzelt etwas vor dem Wind zu schützen.





Besuch der Askja

Nach dem Frühstück stehen erst einmal Wartungs- und Reparaturarbeiten auf dem Programm. Am Kompressorflansch tritt wieder etwas Öl aus, außerdem haben sich die Verschraubungen gelockert, mit denen der Auspuff am Krümmer befestigt ist. War wohl keine gute Idee, diesen mit Polystopmuttern zu befestigen. Die Kunststoffsicherungen halten die Temperaturen nicht aus. Vorher nicht überlegen, heisst hinterher ändern... Die Kugelköpfe der Lenkstange kriegen auch noch ihr Fett ab. Dann ist alles getan und wir können uns wieder der Landschaft widmen.

Täglich um 13 Uhr bieten die Ranger an der Askja eine kleine geführte Wanderung in die Caldera an. Ranger Stefan ist heute an der Reihe und macht seine Sache sehr gut. Zunächst geht es vom Parkplatz aus an den Kratern vorbei, die beim letzten Ausbruch im Jahre 1961 entstanden sind, in die Caldera hinein.

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Schon zu Beginn, an den Kratern von 1961, lässt das Wetter nichts Gutes ahnen.

Ausführlich und unterhaltsam informiert uns der Ranger allgemein über die vulkanische Vergangenheit und Gegenwart Islands und der Askja im Speziellen. Die Askja (was eigentlich das isländische Wort für eine Caldera ist) entstand vor etwa 14000 bis 10000 Jahren. Mit Caldera bezeichnet man meist große Vulkankrater, die durch einen Einsturz entstehen. Unter ihnen gibt es vorher eine Magmakammer, die durch Lavaausbrüche vollständig oder teilweise geleert ist. Irgendwann später stürzt dann das über der Kammer liegende Gestein in die Kammer herab und an der Oberfläche bildet sich eine, häufig relativ runde, Senke. Speziell hier hat sich später nach einem weiteren Ausbruch noch ein recht großer Kratersee in einem Teil des Kraters gebildet. Nochmal später ist noch ein kleiner fast kreisrunder See direkt über einem Geothermieherd entstanden, durch den das Wasser in diesem kleinen See immer zwischen 20 und 27° hat und immer wieder von einigen Besuchern zum Baden genutzt wird. Trotz der milchigen Farbe und dem steilen rutschigen Abstieg hinunter. Doch für unseren Besuch hat sich Island und sein Wettergott natürlich wieder etwas Besonderes ausgedacht. Es regnet und wir haben unter 100m Sicht. Wir können gar nicht erkennen, dass wir uns in einer Caldera aufhalten. Wir können die die Senke umgebenen Felswände nicht sehen, nur manchmal erahnen. Auch vom großen Gletschersee ist fast nichts zu sehen, nur der kleine Vitikrater ist erkennbar. Dabei gäbe es gerade jetzt etwas zu sehen. Am 21.07.14 gab es einen riesigen Erdrutsch innerhalb des Kraters. Auf rund 800m Länge ist auf der gegenüberliegenden Seite der steile Abhang in den Kratersee gerutscht. Rund 50 Millionen Kubikmeter Fels, Schlamm und Geröll haben eine mindestens 40m hohe Flutwelle ausgelöst, die quer über den Kratersee raste. Die Welle schwappte sogar über die natürliche Barriere, die den kleinen Kratersee Viti vom großen See trennt. Der gesamte Uferbereich des Sees hat sich verändert und der Wasserspiegel liegt jetzt um 60cm höher als vorher. Glücklicherweise ereignete sich dies nachts, so dass kein Besucher zu Schaden kam. Vorsorglich haben die Ranger danach aber die Zugänge hinunter zum Kratersee gesperrt, da mit weiteren Erdrutschen gerechnet werden muss. Die Gefahr für Menschen auf Wasserspiegelebene wäre sehr groß: Der Schall eines Erdrutsches braucht etwa 10 Sekunden, um die Wasserfläche zu queren, die Welle rund 1 Minute, so blieben im Ernstfall nur 50 Sekunden, um am glitschigen Hang wieder hinauf zu gelangen. Keine guten Voraussetzungen zum Überleben.

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Der milchige kleine Krater Viti. Dahinter im Nebel liegt der große Kratersee.

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Diese Landbrücke zwischen großem Kratersee und Viti-Krater wurde von der Flutwelle überspült. Daran lässt sich die Größe dieser Welle ermessen.

Der Ranger gibt kundig Auskunft und beantwortet geduldig alle Fragen. Auch erzählt er uns, das in der Caldera neben den Schnellfeldern aus diesem Winter, die noch nicht alle abgetaut sind, hier immer Schnee liegt, auch wenn man ihn nicht sieht. Er erklärt auch warum: Beim letzten verheerenden Ausbruch im Januar des Jahres 1875, der tausende Isländer das Leben kostete, lag die Caldera voller Schnee. Bei dieser Eruption wurden große Mengen Bimsstein ausgestoßen. Dieser leichte - weil mit vielen winzigen Gasblässchen gefüllte - Stein wurde hoch in die Atmosphäre geschleudert (bis 10000m hoch) und erkaltete dort. Vom Himmel fallend bedeckte er in der Caldera die Schneemassen etwa ein bis zwei Meter dick. Bimsstein ist ein sehr guter Isolator und so ist der Schnee von 1875 bis heute nicht getaut. Hin und wieder kommt dieser Altschnee mal zum Vorschein. "Faszinierend" würde Mr. Spock sagen.

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Der Ranger erzählt kompetent und unterhaltsam.

Später am Nachmittag unterhalte ich mich noch mit dem Ranger über die Probleme, die der starke Anstieg des Tourismus mit sich bringt. Wir sind einer Meinung, dass dafür die Infrastruktur nicht ausreicht. Aber hier wird zu wenig investiert. Es wird zwar von den Tourenveranstaltern und Autovermietern viel verdient, aber diese investieren natürlich nicht in Infrastruktur. Und die vielen Offroadfahrer fügen der Natur großen Schaden zu, speziell hier, wo in der kurzen Wachstumsperiode kaum etwas nachwächst und auch im weichen Wüstenboden Spurrillen Jahre oder gar Jahrzehnte sichtbar sind. Wir werden Zeuge, wie die Ranger eine Gruppe von Motorradfahrern erwischen, die mit ihren Enduros kilometerweit quer durch den Nationalpark gebrettert sind. Meist werden solche Raudies aber nicht erwischt. Sie schaden der Natur und auch uns friedlichen Reisenden, da wegen dieser Idioten die Bestimmungen immer strenger werden, z. B. darf in den Nationalparks nur auf Zeltplätzen übernachtet werden, auch in Fahrzeugen nicht auf normalen Parkplätzen. Was zwar aus meiner Sicht keinen Sinn macht, aber dies ist das Ergebnis dieser hirnverbrannten Offroadfahrerrei. So müssen wir dann auch weiter, wollen ein Stück aus dem Nationalpark heraus zum Übernachten. Doch leider ist unsere Karte nicht aktuell, der Nationalpark ist letztes Jahr erweitert worden. Also müssen wir zum nächsten Zeltplatz am Kverkfjöll fahren, was auf den Rüttelpisten lange dauert. Erst gegen 21 Uhr kommen wir an.

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Blick zurück zur Askja. Auch als wir schon weiter weg sind, hüllt sie sich in Wolken und Nebel.

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Immer wieder verwundern diese roten Flächen an die fast schwarzen Lavabergen. Wir lernen, dass die Rote chemisch exakt gleich der Schwarzen ist. Nur trat an diesen Stellen nach der Lava heißer Dampf zu Tage. Lava ist sehr eisenhaltig und dieses Eisen reagiert mit dem Sauerstoff des Wasserdampfes. Im Prinzip sind die Berge an den Stellen also gerostet.





Kverkfjöll

Beim ersten Blick aus dem Fenster traue ich meinen Augen kaum: Leise rieselt der Schnee. Und das am 13. August. Na denn. Nach dem Frühstück hat sich über dem Kverkfjöll aber blauer Himmel durchgesetzt. Wir befinden uns hier in einer rund 15km tiefen Einbuchtung des Vatnajökull-Gletschers. Hier im "Gefrierfach Islands" herrscht oft ein eigenes Mikroklima, bedingt durch Luftströmungen wird es hier gerne kalt. Wir spazieren zur Gletscherzunge, deren Schmelzwasser hier vor Jahren eine schöne Eishöhle gebildet hatte. Unter dem Eis gibt es hier nämlich heisse Quellen. Doch diese Eishöhle ist vor einiger Zeit eingestürzt, aber nebenan hat der Gletscherrand eine Eisbrücke gebildet. Auch schön.

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Hinter uns lag die eingestürzte Eishöhle.

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Ein besserer Größenvergleich.

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Auch die Eisbrücke beeindruckt.

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Immer wieder schön, das alte blaue Gletschereis.

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Gletscher sind gefährlich, hier sieht man deutlich mehrere Gletscherspalten. Häufig sieht man sie nicht so deutlich...

Später fahren wir Richtung Nordost und wollen uns außerhalb des Nationalparks einen Stellplatz suchen. Lange finden wir keine geeignete Stelle. Nun stehen wir direkt an einer Furt und bestaunen kopfschüttelnd, wie die meisten mit ihren gemieteten Autos durchs Wasser brettern. Oft hängen die jungen Kerle aus den Fenstern heraus, um ihre Heldentaten zu filmen. Immer wieder sehen wir unter den Autos herunterhängende Fahrzeugteile, das scheint aber niemand zu interessieren. Ist ja nicht ihr Auto. Solche Typen sind auch für die Reifenspuren verantwortlich, die hier quer durch die Natur gehen. Oft als Kreise direkt neben den Pisten. Wie klein muss ein ein Menschenhirn sein, das sich an so etwas erfreut. :-((

Später am Abend geht der Mond auf. Fasziniert schauen wir zu, wie er sich langsam über die Berge am Horizont schiebt. Zum ersten Mal in Island sehen wir Mond und später sogar einzelne Sterne. Mittlerweile wird es spät nachts sogar - naja - "dunkel", außerdem fehlen heute die sonst allgegenwärtigen Wolken. So genießen wir das Schauspiel.

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Der Berg Herdubreid, die "Breitschultrige", Islands "Königin der Berge" im letzten Licht des Tages.

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Zum ersten Mal seit vielen Wochen, sehen wir den Mond.

Gestört wird die Harmonie durch ein Auto mit 4 Jugendlichen, die es cool finden, quer durch die Landschaft zu brettern. Natürlich nutzen sie auch nicht die Furt an der Piste, sondern machen sich rund 100m entfernt eine eigene. Dabei bleiben sie zunächst im Wasser stecken. Wir hoffen, dass sie ihr Auto nicht mehr rausbekommen und somit am nächsten Tag für ihr Handeln Konsequenzen spüren würden. Leider gelingt es ihnen mit Schieben und dem Wegräumen von Steinen dann doch. Schade. Das ist keine Schadenfreude, doch genau solche Vollidioten zerstören hier die Natur und sind mitverantwortlich dafür, dass ordentlichen Reisenden immer mehr Auflagen gemacht werden.





Hilfsranger, Furt-Berater und Baden unterm warmen Wasserfall

Ab heute wollen wir es wieder etwas gemütlicher angehen lassen. Unser "Besuchsprogramm" ist weitestgehend abgearbeitet und die letzten Tage mit den vielen Kilometer Rüttelpisten stecken noch in den Knochen. Nun haben wir noch ein paar Tage bis zur Abfahrt der Fähre und die wollen wir etwas langsamer angehen. So wird mal wieder, wie eigentlich immer, ausgiebig gefrühstückt. Doch immer wieder bin ich im Einsatz. Wir stehen noch immer an der Furt, an der wir übernachtet haben. Zeitig setzt der Tagesbesucherverkehr ein. Viele wollen mit Leihwagen von Norden her zur Askja. Da die Hauptpiste (die F88) für kleinere Geländewagen gesperrt ist, müssen fast alle einen anderen Weg nehmen und kommen an unserem Übernachtungsplatz vorbei. Und für diese ist dies dann die erste Furt, die es zu fahren gilt. Etliche haben großen Respekt, für Ungeübte sieht das ja auch spektakulär aus. Häufig werden wir angesprochen, ob man mit Ihrem Fahrzeug überhaupt da durch könne. Geduldig nehme ich den meisten die Angst und zeige die Stelle, wo es am leichtesten geht. Die meisten haben auch von den Vermietern der Autos keine Erklärungen bekommen, wie man durch einen Bach fährt. Fast alle fahren zu schnell. Aber alle kommen durch, keiner dreht um. Einzig zwei Motorräder aus Italien kommen an Ihre Grenzen, was aber eher an deren Fahrfähigkeiten liegt (denn andere Motorradfahrer haben kein Problem). Nachdem der Fluss mehrfach zu Fuß gequert wurde und Mitfahrer an einzelnen Stellen im Wasser postiert wurden, geht es nacheinander hindurch. Beim zweiten Fahrer stützen dann zwei Mitfahrer rechts und links die ganze Strecke, der Fahrer würgt 12 oder 13 Mal den Motor ab. Die Prozedur dauert eine ganze Stunde. Wenn das bei allen Furten solange dauert, kommen die im Hochland nicht weit... Da mir auffällt, dass einige vor dem Durchfahren von den Spuren, die die Raudies nachts neben der Piste gezogen haben, verwirrt sind und dort nach der Durchfahrt suchen, lege ich Steine quer über diese Spuren, so wie das hier üblich ist, agiere quasi als "Hilfsranger" 😉

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Dieser Fahrer hält sich nicht an die Ratschläge des "Furt-Beraters". Er fährt zu weit links und zu schnell. Vorne am Steinhügel liegen warnend die abgefallenen Teile.

Weiter geht es auf der, nach dem nächsten Abzweig nach Norden, wieder einsamen F910 gen Osten. Auf der ganzen Strecke sehen wir nur ein einziges Auto. Hier gibt es, nicht weit vom Berg Snaefell entfernt, einen warmen Bach, der als kleiner Wasserfall in einen natürlichen Hotpot fällt. Da wollen wir unbedingt hin. Und wir sollten nicht enttäuscht werden.

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Immer wieder fazinierend: Wo Wasser fliesst, wachsen Moose in der sonst leeren Einöde. Und immer direkt am Wasser, ist das Moos giftgrün.

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Der Snaefell, einer der höchsten Berge Islands kommt in Sicht. Das Foto täuscht, befinden wir uns doch über 1000m niedriger, als der Gipfel.

Eine Piste führt in ein einsames Tal und an deren Ende finden sich Reste einer alten Hütte. Ein paar Meter weiter läuft der Bach und der Wasserfall ist schnell gefunden. Eine gute Stunde liegen wir alleine in dem warmen Wasser (etwa 38°). Hier hat die Natur ganze Arbeit geleistet. Der Wasserfall ist genau an der richtigen Stelle. Weiter oben wäre das Wasser zu heiß, weiter unten zu kalt. So ist des ideal. Wir beschliessen gleich, hier zu übernachten und den neuen Tag wieder mit einem angenehmen Bad zu beginnen.

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Das Tal war nur um 1900 kurz bewohnt. Ein Sturm tötete die meisten Schafe der Familie und der Familienvater, der unter Depressionen litt, nahm sich daraufhin das Leben.

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Der Stall der Schafe ist noch intakt und wird von den heute freilaufenden Schafen noch als Unterstand benutzt.

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Ein traumhafter Platz. Der Wasserfall ist gut 38° warm.

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So kann man es aushalten.

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