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Survival-Wochenende

10. und 11.07.04, geschrieben von Juliane

Der Survial-Kurs war ein Weihnachtsgeschenk, daß Heike und ich unseren Männern machten. Wir mussten mitkommen, damit sie uns danach nicht das Blaue vom Himmel erzählen konnten.

Dieser Text ist die Erzählung über die beiden Tage, detailgetreue Beschreibungen über die einzelnen Stoffe und Abläufe stehen am Ende.

Samstag 10.07.04
Ankunft gegen 9.30 Uhr im Siegerland Rudersdorf. Treffpunkt war ein Parkplatz im Wald, wo wir die Augen offen halten sollten. Wir suchten natürlich nach sachdienlichen Hinweisen. Um Punkt 10 Uhr erschien unser Hinweis in Gestalt von Andreas Hartmann, der uns durch dieses Wochenende führte.
Außer uns Markus, Heike, Stefan und ich, waren auch eine Familie mit 2 Kindern (8 + 12 Jahre) und ein junges Paar mit von der Partie.

Unser "Trainer" gab uns eine kurze Wegbeschreibung zu unserem Lagerplatz, zu dem wir nun wandern sollten und ihn dort wiederfinden würden. Er fuhr natürlich mit dem Wagen, na Gott sei Dank, den dort waren viele nützliche Dinge, die wir für das Wochenende brauchten drin. Wir selbst hatten wie uns geheißen, ein Schlafsack, Isomatte, Löffel, Becher, Wasserflasche und Messer dabei. Ansonsten hätte jeder mitbringen können, was er glaubt zum Überleben zu brauchen. Drogen und Alkohol ausgeschlossen, so habe ich mich auch nicht getraut meinen Flachmann mitzunehmen.

Um sich besser an die Namen der einzelnen zu erinnern stellten wir uns am Lagerplatz erst einmal kurz vor. Danach ging es gleich los. Feuer, wir brauchten Feuer, ein Feuerplatz war vorhanden, also los zum Holzsammeln. Wir bekamen 2 Streichölzer, damit sollte es funktionieren. Markus traute sich die Verantwortung zu übernehmen und schaffte es tatsächlich mit dem 1. Streichholz das Feuer zu entfachen. Sofort stellten wir einen Topf mit Wasser ins Feuer, um erst einmal Tee oder Kaffee zu kochen. Einige von uns sammelten Brennessel und Holunderblüten, die am Lagerplatz wuchsen und brauten daraus Tee. Andreas, unser Teamführer, hatte noch Instantkaffee, der auch dankend angenommen wurde. Und dann mussten wir auch beginnen unser Nachtlager zu bauen. Andreas hatte auf dem Platz schon Hölzer, Planen und Seile gelagert. Damit sollten wir ein Zelt bauen um wenigstens einigermassen trocken zu schlafen, denn der Himmel hatte zu diesem Zeitpunkt alle Schleusen offen.

In Teamarbeit entstand ein "Zelt", das laut der Aussage von Andreas sehr gut war. Auch über der Feuerstelle wurde ein Regenschutz gebaut, damit dieser unser Feuer nicht löschen konnte. Das Feuer sollte wenn möglich bis zum nächsten Morgen durchbrennen, so musste immer zwischendurch Holz gesammelt werden. Die 8jährige Christin sägte ohne Unterlass stundenlang das gesammelte Holz in die richtige Feuerholzgröße. Auch ihre Verletzungen, die sie sich zwischendurch beifügte konnten sie davon nicht abhalten. Ihre Wunden umwickelte sie mit kleingeriebenem Spitzwegerich, der die Blutung stillt und desinfiziert.

Es wurde Zeit für das Mittagessen, so mussten wir Haselnussruten schneiden gehen, um einen Rost für das Feuer zu flechten. Mittlerweile war das Wetter besser geworden, die Sonne schaffte es sogar unsere Jacken zu trocknen. Dann wurden die Forellen ausgenommen, die uns Andreas mitgebracht hatte. Gott sei Dank mussten wir sie uns nicht selbst angeln. Zum Ausnehmen bekamen wir eine neue Technik gezeigt. Das klappte bei allen auch sehr gut, ich ekelte mich zuviel vor den Innereien, und konnte nur zugucken. Zu den gegrillten Fischen gab es Brotfladen, die mit einer fertigen Mehlmischung gebacken wurden. Die Teller wickelten wir aus Tannenzweigen. Der Fisch war mit Bärlauch eingerieben worden um etwas Würze an die Forelle zu geben.
Zum erstenmal in meinem Leben aß ich einen Fisch, an dem noch Kopf und Schwanz war. Was man nicht alles tut, wenn man Hunger hat. Wir aßen bis wir satt waren. Die Essensreste und die Teller wurden einfach ins Feuer geworfen, schnell gespült.

Eine Portion Fische...

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... ein Grill wird gebaut...

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... das sieht doch gut aus:

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