Willkommen

Willkommen auf ufftour.de, der Reiseseite von Heike, Markus, Yasmin und Katharina Walter und Juliane und Stefan Britz. Wir berichten hier über unsere Reisen, die wir auf eigener Achse mit Allradfahrzeugen unternehmen. In absehbarer Zeit wollen wir zu einer Open-End-Reise aufbrechen, die uns zu vielen interessanten Stellen des Erdballs führen soll. Weiteres ist zu finden auf unserer Facebook-Seite (kann auch aufgerufen werden, wenn man kein Facebook-Mitglied ist).

Heike und Markus sind zur Zeit ufftour in Zentralasien.

Iran: Im Hirtendorf

So kann es gehen. Bei der Suche nach einem Stellplatz sind wir mal wieder eine kleinere Straße gefahren. Nach einem kleinen Dorf ging es dann nur noch auf einer Piste Richtung Berge weiter. In der Ferne sahen wir ein paar Bäume am Hang und eine Schafherde. Na das sah doch nach einem schönen Stellplatz aus. Als wir näher kommen, sehen wir, dass sich ein paar einfache Steinhäuser unscheinbar an den Berghang ducken. Und schnell sind ein Dutzend Menschen um uns herum. Der Dorfälteste kommt auch gleich und bittet uns näher. Na das lassen wir uns nicht zweimal sagen und nehmen mal vorsichtshalber die Kamera mit… 😉

Iran - Hirtendorf

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Iran: Mashhad – die heilige Stadt und das Imam-Reza-Heiligtum

Immer wieder wurden wir im Iran gefragt, ob wir auch nach Mashhad fahren würden. In dieser Stadt, deren Name „Stätte des Martyriums“ bedeutet, befindet sich das höchste Heiligtum der Schiiten, das Grab des Imam Reza, des achten Imam. Dieser Imam Reza war durch Heirat mit der Familie des Kalifen Harun al-Rashid verwandt und sollte Nachfolger des Kalifen werden. Damit sollte der Bruch zwischen Sunniten und Schiiten geheilt werden. Unlängst nach seiner Ausrufung zum Nachfolger wurde er hier in der Region im Jahre 818 vergiftet. Meine Nachfrage bei einem schiitischen Gelehrten, wieso gerade der 8. Imam im Iran so verehrt wird, ergab, dass dieser wohl ganz besonders war, aber auch, dass dieser als einziger Imam auf dem Staatsgebiet des heutigen Iran beerdigt ist. Auf jeden Fall ist er für die Menschen hier besonders wichtig. Mehrmals wünschte man uns, dass das der gute Geist des Imam Reza uns begleiten solle.

In Mashhad dreht sich alles um das Heiligtum, mehrere Millionen Menschen pilgern jedes Jahr hierher. Auch sieht man hier jede Menge muslimische Gelehrte, zu erkennen an ihrem Turban: schwarz, wenn das Gelehrte in direkter Linie vom Propheten Mohammed abstammt, ansonsten weiß.

Blick auf das Imam Reza Heiligtum in der blauen Stunde.

Blick auf das Imam Reza Heiligtum in der blauen Stunde.

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Iran: Von Kerman durch den Glutofen der Wüste Lut

Kerman, eine 700.000-Einwohner-Stadt, liegt im Südosten des iranischen Hochlandes. Marco Polo kam hier im Jahre 1271 auf seiner Chinareise vorbei. Kerman ist wichtiger Durchgangspunkt Richtung Afghanistan und Pakistan, doch für uns wichtiger, östlich davon beginnt die Wüste Lut, die wir durchqueren wollten.

Zunächst einmal stand aber Kerman selbst auf dem Programm. Neben der etwa 670 Jahre alten Jame-Moschee (= Freitagsmoschee), gefällt der alte Basar und ein Mausoleum mit drei Kuppeln, unter denen sich die Gräber von Sufis (= Mystiker) befinden. Einer von Ihnen wurde im Jahre 1791 wegen seiner als ketzerisch eingestuften Ansichten vor der Jame-Moschee gesteinigt.

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Die Jame-Moschee von aussen…

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Iran: Yazd, Wüstenstadt mit coolem Wassermanagement

Über die alte Karawanenroute wollen wir von Isfahan aus Yazd erreichen. Yazd ist die wohl bekannteste Wüstenstadt im Iran. Natürlich gibt es auch eine gut ausgebaute Straße dorthin, aber von diesen sind wir die ganze Zeit schon viel zu viele gefahren. Gar nicht unser Geschmack, aber die weiten Entfernungen im Iran lassen es nicht anders zu. Aber diesmal wollen wir den alten Karawanenweg nehmen, eine Wüstenpiste, an der es noch eine einsame, gut erhaltene Karawanserei geben soll. So ist es auch und als wir sie von Weitem erblicken, wird klar, dass wir hier die Nacht verbringen müssen.

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Die Karawanserei im Abendlicht…

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Iran: Eine Nuss, ein Zahn, ein Problem und die wundersame Lösung

Auf Fernreisen drohen viele Gefahren: giftige Tiere, wütende Gotteskrieger oder schlimme Naturgewalten, um nur einige zu nennen. Viel zu selten gewarnt wird jedoch vor heimtückischen Nüssen. Eine solch hinterhältige Kreatur hat einen meiner Backenzähne attackiert und diesen entzwei gebrochen. Sauerei. Zunächst habe ich in Selbstbehandlung einige Reste entfernt, mich dann aber doch nach vielen guten Ratschlägen zum Aufsuchen eines Spezialisten entschlossen.

Versuch einer selbstständigen Zahnreparatur...

Versuch einer selbstständigen Zahnreparatur…

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Isfahan – eine Stadt, die eine Reise wert ist

Isfahan ist eine jahrtausende alte Stadt und war immer ein Schmelztiegel von verschiedenen Völkern und Religionen, die hier weitestgehend friedlich zusammenlebten. Bedingt dadurch erlangte sie auch schon sehr früh wirtschaftliche Bedeutung und zählte um das Jahr 1600 mit rund 600.000 Einwohnern zu den bevölkerungsreichsten Städten der Welt. Die Glanzeit endete mit der Einnahme und Verwüstung durch afghanische Stämme und es dauerte lange, bis die Stadt sich davon erholte. Heute ist sie wieder eine sehr lebendige Stadt, mit vielen Bildungseinrichtungen. Speziell am Abend sind im Stadtzentrum tausende Menschen unterwegs, auch sehr viele Jugendliche und die Zahl der Chadors, also der schwarzen Umhänge, die die meisten Frauen im Iran zu dem vorgeschriebenen Kopftuch tragen, ist hier deutlich geringer als anderswo. Die Menschen sind sehr aufgeschlossen, noch häufiger als sonst werden wir angesprochen. Häufig auch von jungen Frauen. Neben vielen historischen Gebäuden ist Isfahan bekannt für seine Brücken, die den die Stadt teilenden Fluss überbrücken und vor allem am Abend Treffpunkt tausender Menschen werden. Hier pulsiert das Leben.

Die Khaju-Brücke, eine der Brücken in Isfahan

Die Khaju-Brücke, eine der Brücken in Isfahan

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Von Damghan nach Süden durch die Wüste Dasht-e-Kavier

Pünktlich morgens um 8 Uhr, steht Reza vor unserem Auto. Er hat sich ja extra freigenommen, um uns weiter seine Stadt zu zeigen. Zunächst machen wir uns auf zur Tarikhaneh-Moschee, der ältesten erhaltenen Moschee im Iran. Vor mehr als 1000 Jahren erbaut, wird sie heute nur noch als Museum genutzt. Als wir hinkommen, ist leider geschlossen. Kein Problem für Reza, ein paar Telefonate und kurz darauf kommt ein älterer Mann mit dem Fahrrad und schließt uns auf. Manchmal ist ein örtlicher „Führer“ Gold wert. Später laufen wir noch gemeinsam durch den Basar und versorgen uns mit frischen Lebensmittel. Und ich bekomme eine dünne lange Hose gekauft. Leider viel zu lang, aber die beste Ehefrau von allen will mir unten an den Füßen Gummi einziehen.

Tarikhaneh-Moschee

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Iran: Da bleibt einem doch die Luft weg

Das Leben des Landfahrers ist schön. Gemütlich tuckern wir in langsamer Geschwindigkeit, mehr wäre mit unserem „Schneggsche“ in dieser bergigen Landschaft auch nicht möglich, durch die schöne Bergwelt nördlich der Hauptroute der Seidenstraße. Das heutige Ziel sind die Sinterterrassen Badab-e-Surt. Die Augen schweifen umher, genießen den Anblick der farbigen Berge. Nur ab und an schweift der Blick auf die Temperaturanzeige des LKW, bewegt sich die Nadel doch sehr dicht am roten Bereich. Unser „Schneggsche“ muss viel arbeiten um die über 8 Tonnen Reisegewicht hier die Berge hoch zu schleppen. Die Sorgenfalten werden tiefer, als die Nadel sich dann engültig im roten Bereich festsetzt, kein Wunder bei über 30° Außentemperatur trotz mehr als 2300m Höhe. Mal wieder den Blick über die Landschaft schweifen lassen. Dann reißt uns ein gemeines, lautes, platzendes Geräusch zurück in die Realität. Mein erster Gedanke: Ein Schlauch des Kühlsystems ist geplatzt. Doch wieso steht der Druckanzeiger des einen Bremskreises (LKWs haben Druckluftbremsen) auf Null!?!?! Als ich Anhalten will und dazu die Bremse betätige, passiert nicht wirklich viel.

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Das corpus delicti. Zum Glück war es nichts Schlimmeres.

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Iran: Von Tehran auf der Seidenstraße nach Osten

Nun sind wir endlich auf der Hauptroute der Seidenstraße angekommen.

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Man darf sich die Seidenstraße nicht im wörtlichen Sinne als eine Straße vorstellen. Vielmehr war es ein Netz von Handelsrouten, auf denen Handelswaren aus dem Osten, in erster Linie China, in die reichen Städte am Mittelmeer transportiert wurden. Die Ware wurde auch nicht von einem „Spediteur“ den ganzen Weg transportiert, sondern die Karawanen zogen zur nächsten größeren Stadt, dort wurde die Ware verkauft und von anderen Händler weiter transportiert. Auch in andere Gegenden der durchzogenen Ländern, so entstand ein ganzes Netz von Handelsrouten. An einigen Stellen waren jedoch bedingt durch die zu durchquerenden Landschaften, keine alternativen Routen möglich. So hier im Iran vom heutigen Tehran (das damals noch keine Bedeutung hatte, sondern die unweit gelegene Königsstadt Rey, nach Osten Richtung der heiligen Stadt Mashhad und weiter nach Samarkand im heutigen Usbekistan. Nördlich begrenzt durch die unbezwingbaren Höhenzüge des Elburzgebirges (mit dem über 5000m hohen Damavand als „Hausberg“ Tehrans), südlich durch die lebensfeindlichen Salz-, Stein- und Sandwüsten Dasht-e-Kavir und Dasht-e-Lut (hier wurde die jemals höchte Temparatur auf Erden gemessen), blieb den Karawanen nur ein schmaler Streifen, der durch den nördlichen Gebirgszug navigatorisch auch noch einfach zu durchwandern war. Überbleibsel dieser Handelsrouten sind Karawansereien, die „Motels“ der damaligen Zeit. Rast- und Übernachtungsplatz für die Karawanen, boten sie Wasser, Nahrung und Schutz vor Überfällen, sowie dem erbamungslosen Wind, den wir auch schon „genießen“ durften. Es gibt noch viele Karawansereien in ganz unterschiedlichem Zustand zu sehen. Manche restauriert und guterhalten, von anderen, vor allem denen in Lehmbauweise, sind nur noch Reste erhalten. Meist liegen die Bauten in Abständen von rund 20km, was der Länge eines Tagesmarsches entsprach.

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Karawanserei bei Heijib, westlich von Tehran.
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Iran: Der Nordwesten, Provinz Aserbaidschan

Ja was denn nun: Iran oder Aserbaidschan? Nun beides. Auch wir mussten hier erstmal einen Überblick gewinnen. Der Nordwesten des Irans war eigentlich mal Aserbaidschan. Die meisten Bewohner sind turkstämmig, nicht persisch. Zu der unterschiedlichen Abstammung kommt, dass die Turkstaaten sunnitsch, der Iran aber schiitisch ist, was die Situation nicht einfacher macht. Hier zeigt sich wieder einmal der unselige Eingriff der ehemaligen Welt- und Kolonialmächte, die Ländergrenzen auf dem Reißbrett festlegten… Aber kommen wir zu den schönen Dingen in diesem Landstrich. Da auch Armenien nicht weit entfernt ist, haben auch die christlichen Armenier hier ihre Spuren hinterlassen. Ein wichtiges armenisches Kloster in der Region ist das Thaddäus-Kloster. Im Abendlicht schön anzusehen.

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