{"id":3279,"date":"2018-10-08T23:12:45","date_gmt":"2018-10-08T21:12:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ufftour.de\/?p=3279"},"modified":"2020-04-12T22:23:08","modified_gmt":"2020-04-12T20:23:08","slug":"ein-neues-fahrgestell-warum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ufftour.de\/?p=3279","title":{"rendered":"Ein neues Fahrgestell &#8211; warum?"},"content":{"rendered":"\n<p>Nach ein paar Jahren der Nutzung unseres MAN G90 haben wir uns entschlossen, das Fahrgestell unter unserem Wohnkoffer zu tauschen. Warum?<\/p>\n\n\n\n<p>Nun, der Hauptgrund daf\u00fcr war, dass unser Fahrzeug viel zu schwer geworden ist. Wie so viele andere, die sich ein Fernreisefahrzeug bauen, waren wir bei der Erstanschaffung von dem Wunsch getragen, mit den ber\u00fchmten 7,5to hinzukommen, die ein Fahren mit dem alten \"3er\"-F\u00fchrerschein erm\u00f6glichen. Und wenn schon ein LKW (vom Gel\u00e4ndewagen kommend), dann sollte es ein m\u00f6glichst kleiner sein. Deshalb haben wir uns 2007 den MAN G90 angeschafft. Zu Beginn sah das alles auch noch gut aus. Nachdem wir das Fahrgestell damals aufwendig restauriert hatten, 2 gro\u00dfe Tanks montiert, Hilfsrahmen und den leeren Koffer drauf hatten, ging es zur Waage und incl. 640 Liter Diesel lagen wir damals mit leerem, nicht ausgebauten Koffer bei 5.500kg. Da kann ja gar nichts schief gehen - dachten wir.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Der Ausbau begann und das Auto wurde schwerer und schwerer. Als alter ITler f\u00fchrte ich in Excel eine Gewichtstabelle - f\u00fcr das Fahrzeug, nicht f\u00fcr mich! - in der ich penibel eingetragen hatte, was noch montiert\/eingebaut werden muss und wieviel Gewicht noch dazukommt. Irgendwie lagen wir da bei knapp \u00fcber 7.500kg, also noch im gr\u00fcnen Bereich. Immer mal wieder wurde zwischendurch gewogen und jedesmal war das Auto schwerer, als es nach meiner Kalkulation zu dieser Zeit h\u00e4tte sein d\u00fcrfen. Jedesmal.<\/p>\n\n\n\n<p>Irgendwann war das Fahrzeug dann \"fertig\" (fertig wird es ja nie) und es ging auf die erste gr\u00f6\u00dfere Tour: 3 Monate <a href=\"https:\/\/www.ufftour.de\/?p=1243\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Island<\/a> standen auf dem Programm. Das Auto vollgeladen: Ein paar Ersatzteile, die Sitzb\u00e4nke voller Lebensmittel (Island ist teuer) und alles, was man so braucht. Kurz nach der Abfahrt fuhr ich noch auf eine Fahrzeugwaage. Gerechnet habe ich zu diesem Moment mit etwa 7.700kg, doch leider zeigte das bl\u00f6de Ding 8.200kg an. Hmmm.<\/p>\n\n\n\n<p>Die n\u00e4chste gr\u00f6\u00dfere Reise stand 2016 an: 6,5 Monate entlang der alten <a href=\"https:\/\/www.ufftour.de\/?p=2190\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Seidenstra\u00dfe<\/a> in die Mongolei. Ein Traum wurde wahr. Nat\u00fcrlich wurde noch etwas mehr eingepackt: Mehr Ersatzteile, ein zweites Ersatzrad, Schneeketten, ... Alles Dinge, die bei einem LKW gleich auch richtig was wiegen. Mit Angstschwei\u00df auf der Stirn, ging es zun\u00e4chst wieder auf die Fahrzeugwaage. Diesmal standen da 8.700kg. Wieder 500kg mehr. Upps.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.ufftour.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/T6036x4020-00003.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3280\" srcset=\"https:\/\/www.ufftour.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/T6036x4020-00003.jpg 960w, https:\/\/www.ufftour.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/T6036x4020-00003-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.ufftour.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/T6036x4020-00003-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><figcaption>Unser \"Schneggsche 1.0\" unterwegs in Tadschikistan.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Nun denn, es war nun nicht mehr zu \u00e4ndern und wir traten die Reise an. Insgesamt standen bei der Tour 17 Grenz\u00fcbertritte an. Vor jeder Grenze hatten wir nat\u00fcrlich Bammel, dass man uns auf die Waage holen w\u00fcrde. Das tr\u00e4gt nicht wirklich zum entspannten Reisen bei. Meist funktionierte zwar meine Taktik, uns in der PKW-Spur anzustellen, weil wir nach meinem Selbstverst\u00e4ndnis ja ein Wohnmobil und kein LKW sind (und es bei eigenen LKW-Spuren oft eine fest installierte Waage gibt...). Hat auch meistens geklappt. Meistens. Auf dem R\u00fcckweg, am \u00dcbergang aus der Ukraine nach Polen, hat es uns dann erwischt. Wir mussten auf die Waage und der Grenzer fand unsere zu diesem Zeitpunkt 8.500kg nicht wirklich lustig. Gl\u00fccklicherweise zeigte er sich als freundlicher Mensch und lies uns nach einigem Hin und Her dann doch mit einer dringenden Ermahnung weiterfahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben nat\u00fcrlich bei der Tour auch gemerkt, dass wir bei dem Gesamtgewicht dem Fahrzeug nichts Gutes tun. Letztlich hat uns unser \"Schneggsche\" zwar dorthin gebracht, wo wir hin wollten - und das nicht nur auf Stra\u00dfen, sondern auch auf anspruchsvollen Pisten. Aber man merkte, dass sich das Fahrzeug m\u00fchte: mit dem Gewicht, mit dem gro\u00dfen Koffer (bei schmaler Spurweite, die diese 7,5to nun mal haben), mit dem kurzen Radstand und der geringen Leistung des 136PS-Motors, der zu dem kein Drehmoment-Wunder ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben unterwegs lange \u00fcberlegt, welche Optionen wird haben. Aber es erschien uns unm\u00f6glich, dieses viel zu hohe Gewicht so zu reduzieren, dass wir einigerma\u00dfen in die Legalit\u00e4t zur\u00fcckk\u00e4men, zumindest nicht, ohne einen anderen, kleineren Koffer wieder komplett neu auszubauen. Mit entsprechenden Kosten und einer Beschr\u00e4nkung des Wohnraums, an den wir uns nun schon gew\u00f6hnt hatten und in dem wir die n\u00e4chsten Jahre ja auch weitestgehend leben wollen. Da erschien es uns einfacher und sinnvoller, das Fahrgestell zu tauschen - wohl wissend, dass wir damit in Summe nochmal deutlich schwerer w\u00fcrden. Letztendlich sind wir damit dort angekommen, wo wir eigentlich nie hin wollten: Bei einem gro\u00dfen LKW. Aber \"Shit happens\", wie man so sch\u00f6n sagt. Ich musste auch noch den LKW-F\u00fchrerschein machen. Trotz alledem sind wir mit der jetzigen L\u00f6sung sehr zufrieden und bedauern unsere Entscheidung nicht. Es geht auch so. Letztendlich w\u00fcrden wir jedem raten, sehr genau zu \u00fcberlegen, ob die 7,5to-Grenze wirklich so wichtig ist. Es ist sehr schwer ein Fahrzeug, dass f\u00fcr Langzeitreisen (gen\u00fcgend Wohnraum) gebaut wird und entsprechend beladen ist (Ersatzteile, Lebensmittel, Wasser, ...) reisefertig auf 7,5 to zu bekommen. Und selbst wenn man es schafft, bewegt man das Auto dann immer am oder \u00fcber dem Limit. Da ist es mitunter das kleinere \u00dcbel, einen LKW-F\u00fchrerschein zu machen und mit einem stabileren Fahrzeug zu reisen. So sehen wir das mittlerweile.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht das wir falsch verstanden werden: Wir halten den MAN G90 nach wie vor f\u00fcr eine gute Basis. Aber man muss dann sehr auf die Gr\u00f6\u00dfe des Koffers und das Reisegewicht achten. Wir haben das nicht geschafft.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><br\/><\/pre>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nun also ein 12-Tonner: Mercedes 1222AF<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"939\" height=\"631\" src=\"https:\/\/www.ufftour.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/IMG_20180820_19264201_wm01.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3281\" srcset=\"https:\/\/www.ufftour.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/IMG_20180820_19264201_wm01.jpg 939w, https:\/\/www.ufftour.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/IMG_20180820_19264201_wm01-300x202.jpg 300w, https:\/\/www.ufftour.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/IMG_20180820_19264201_wm01-768x516.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 939px) 100vw, 939px\" \/><figcaption>\"Schneggsche 2.0\" hier schon unterwegs auf den Lofoten.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Als wir die Entscheidung f\u00fcr ein neues Fahrgestell getroffen hatten, stand nat\u00fcrlich die \u00dcberlegung im Raum, welches wohl \"das Richtige\" ist. Das wirklich \"Richtige\" gibt es wohl nicht und so wurden die \"\u00fcblichen Verd\u00e4chtigen\" betrachtet: Mercedes 1017, 1222, Steyr 12M18, Iveco\/Magiren, usw.<\/p>\n\n\n\n<p>Um die Entscheidung zu erleichtern, wurde gedanklich ein Lastenheft erstellt (Verf\u00fcgbarkeit, Preis, Ersatzteilversorgung, Leistungsf\u00e4higkeit).<\/p>\n\n\n\n<p>Recht schnell hatten wir uns gegen den Steyr entschieden. Hier sehen wir einfach ein zu gro\u00dfes Problem was die Ersatzteilversorgung und die Ersatzteilpreise angeht. So sehr mir das Auto auch technisch gef\u00e4llt, sehe ich mittel- und langfristig echte Probleme in der Ersatzteilversorgung. Gerade auch, weil das Fahrzeug in den letzten Jahren ja zum Renner bei den Fernreisemobilen wurde. Dazu kam, dass dies nat\u00fcrlich auch den Preis f\u00fcr die verf\u00fcgbaren Fahrzeuge in die H\u00f6he getrieben hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der 1017 schied f\u00fcr uns aus (im direkten Vergleich mit dem 1222). Auch hier ist der Anschaffungspreis deutlich gestiegen und wir sehen da einfach Leistungs- und Drehmomentvorteile beim 1222.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe noch l\u00e4nger an einem Rundhauber \u00fcberlegt, einfach weil ich diese als die sch\u00f6nsten LKWs ansehe. Ein bezahlbarer 1113 der sp\u00e4ten Produktionsjahre mit 170PS h\u00e4tte es mir angetan, aber die wenigen, die es noch gibt, lagen preislich einfach viel zu hoch.<\/p>\n\n\n\n<p>So fiel die Entscheidung letztlich auf den 1222 von der Feuerwehr. Wir haben unseren auch sehr g\u00fcnstig bekommen. Mir gef\u00e4llt die Motorcharakteristik, die 11 Liter Hubraum stellen ordentlich Drehmoment bei geringen Drehzahlen zur Verf\u00fcgung - ideal f\u00fcr anspruchsvolle Pisten. Den Durst dieses urigen V6 nehmen wir in Kauf, dass war uns vorher klar. Wobei wir sagen k\u00f6nnen, dass wir gar nicht so weit \u00fcber dem Verbrauch unseres \u00fcbergewichtigen, untermotorisierten G90 liegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Alles in allem, sind wir zufrieden und hoffen, dass wir nicht nochmal ein Fahrgestell umbauen m\u00fcssen. Naja, vielleicht irgendwann noch was Kleineres, f\u00fcrs Alter... \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach ein paar Jahren der Nutzung unseres MAN G90 haben wir uns entschlossen, das Fahrgestell unter unserem Wohnkoffer zu tauschen. Warum? Nun, der Hauptgrund daf\u00fcr war, dass unser Fahrzeug viel zu schwer geworden ist. 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