{"id":3172,"date":"2016-12-04T21:22:30","date_gmt":"2016-12-04T19:22:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ufftour.de\/?p=3172"},"modified":"2020-04-12T22:24:26","modified_gmt":"2020-04-12T20:24:26","slug":"fazit-der-reise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ufftour.de\/?p=3172","title":{"rendered":"Fazit der Reise entlang der Seidenstra\u00dfe, Zahlenspiele"},"content":{"rendered":"<p>Nun sind wir wieder ein paar Wochen zur\u00fcck in der \"Heimat\" und bem\u00fchen uns, uns wieder einzuleben. Wir haben die vielen Eindr\u00fccke, die uns diese Reise beschert hat, sacken lassen und nat\u00fcrlich in allerlei Erz\u00e4hlungen vieles \"nochmal durchlebt\".<\/p>\n<p>Oft wurden wir die typischen Fragen nach einer Reise gefragt: \"War es sch\u00f6n?\" (Was will man da antworten ausser \"Ja\") oder - mit etwas mehr Interesse - \"Wo hat es Euch am besten gefallen?\". Diese Frage ist schon sehr viel schwerer zu beantworten. Dazu waren die vielen L\u00e4nder und Regionen, die wir durchreist haben, einfach zu unterschiedlich. Kann man die Kultur im alten Persien, die schroffe Bergwelt des Pamir und die unendlichen Weiten der Mongolei miteinander vergleichen? Wir meinen nein. Jedes Land, jede Region hatte ihre Reize und ihre Sch\u00f6nheit. Der \"kulturlastige\" Teil der Reise an der alten Seidenstra\u00dfe, hatte einen v\u00f6llig anderen Charakter, als der Teil vom Pamirgebirge bis zur Mongolei und dem Baikalsee, der mehr von Natur und Landschaft dominiert wurde. Aber gerade diese Unterschiede machen f\u00fcr uns eine Reise aus. Und so bot uns diese Tour viele, viele sch\u00f6ne Momente und H\u00f6hepunkte. Es hat sich mehr als gelohnt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Insgesamt gesehen war die Reise r\u00fcckblickend betrachtet auch viel einfacher, als wir das vorher dachten. Nach dem Lesen von manchen Reiseberichten anderer, haben wir mit deutlich mehr Schwierigkeiten gerechnet (Beh\u00f6rdenwillk\u00fcr, Probleme bei Grenz\u00fcbertritten, Versorgungssituation mit Nahrungsmitteln). Woran das liegt? Liegt es an der pers\u00f6nlichen Erwartungshaltung? Am eigenen Auftreten? Will der ein oder andere in seinen Berichten das eigene \"Abenteuer\" gr\u00f6\u00dfer machen, als es wirklich war? Keine Ahnung. \u00dcbrigens verwenden wir nicht das \"gro\u00dfe Wort\" Abenteuer. Lieber das Wort \"Erlebnis\". Unter Abenteuer stellen wir uns dann doch etwas weit Schwierigeres vor, als das was wir erleben durften. Mit etwas Reiseerfahrung, offenem Herzen und freundlichem Auftreten kann die Region \"Zentralasien\" ohne nenneswerte Probleme bereist werden. Das schreiben wir hier deutlich, auch um anderen Reisenden, die sich immer mal wieder auf unserer Seite einfinden, ein positives Feedback zu geben.<\/p>\n<p><br class=\u201dclear\u201d \/><br \/>\n<strong>Was bleibt? Was hat uns bewegt?<\/strong><\/p>\n<p>Wir durften auf dieser Reise eine beeindruckende Kultur kennenlernen und haben faszinierende Landschaften durchfahren. Doch am meisten beeindruckt haben uns die Menschen, denen wir begegnet sind. Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft haben wir in einem Ausma\u00df erlebt, das f\u00fcr Westeurop\u00e4er unvorstellbar ist. Die unz\u00e4hligen Einladungen, die selbstverst\u00e4ndliche Hilfsbereitschaft, die Freude dar\u00fcber, dass wir Fremde ihre Heimat bereisen, kann man gar nicht wiedergeben. Und doch haben wir, d. h. vor allem ich geschw\u00e4tziger Mensch  ;-), uns vorgenommen, m\u00f6glichst jedem davon zu berichten. Die Freundlichkeit dieser Menschen ist soweit entfernt von dem leider in unserem Breiten oft vorherrschenden Meinungsbild, dass es weh tut. Wir haben es vor Ort erlebt und sind froh \u00fcber diese Erfahrungen. Speziell im Iran (um dann vielleicht doch einen Favoriten zu nennen), waren wir von der Herzlichkeit der Menschen schlicht \u00fcberw\u00e4ltigt. Wir hoffen, dass die Menschen im Iran sich noch lange ihre Herzlichkeit bewahren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><br class=\u201dclear\u201d \/><br \/>\n<strong>Welche Probleme gab es?<\/strong><\/p>\n<p>Das eine solche Reise nicht ganz ohne Probleme verl\u00e4uft, versteht sich wohl von selbst. Und doch waren es letztlich weniger, als erwartet.<\/p>\n<p>Ein paar Mal sind wir an korrupte Polizisten geraten und zweimal an korrupte Grenzbeamte. Doch die Situationen waren nie wirklich problematisch und wir konnten diese immer l\u00f6sen, ohne das ber\u00fchmte \"Bakschisch\" zu zahlen. In der Tat haben wir nicht ein einziges Mal Schmiergeld bezahlt. Geht also auch.<\/p>\n<p>Es gab - nat\u00fcrlich - Probleme mit dem Fahrzeug. Was bei \u00fcber 31.000 gefahrenen Kilometern, davon fast 20.000km auf schlechten Stra\u00dfen oder Pisten, nicht wirklich verwundert. Die Fahrzeug-Probleme lassen sich grob in drei Kategorien einteilen:<br \/>\n1. Altersbedingte Sch\u00e4den (z. B. defekte Wasserpumpe, undichte Wellendichtringe), schlie\u00dflich ist das Auto 30 Jahre alt.<br \/>\n2. Probleme durch hohe Beanspruchung durch \"Sch\u00fcttelpisten\" (losger\u00fcttelte Schrauben, gebrochender Kotfl\u00fcgelhalter, ...)<br \/>\n3. \"selbstverschuldete\" Sch\u00e4den durch viel zu hohes Fahrzeuggewicht (gebrochener Hilfsrahmen, gebrochene Federn)<\/p>\n<p>Der dritte Punkt hat uns letztendlich die meisten Probleme bereitet. Im Laufe unserer Ausbauaktivit\u00e4ten ist unser 7,5tonner immer schwerer geworden und schlie\u00dflich waren wir am Abreisetag m\u00e4chtig \u00fcberladen. Das genaue Reisegewicht wollen wir hier aus rechtlichen Gr\u00fcnden lieber nicht nennen... \ud83d\ude09<br \/>\nAlleine seit der letzten gr\u00f6\u00dferen Tour (Island 2014) ist rund eine halbe Tonne zus\u00e4tzliches Gewicht zum - damals schon deutlich \u00fcberladenen - Auto dazugekommen. Ein zweites Ersatzrad (rund 120kg), Schneeketten (die bei unserer Reifengr\u00f6\u00dfe auch einiges wiegen), zus\u00e4tzliches Bergematerial sowie weitere Ausr\u00fcstung haben das Gewicht mehr und mehr erh\u00f6ht und die Fahreigenschaften merklich verschlechtert. Auch der - sowieso drehmomentschwache - Motor unseres 8.136 war den Anforderungen in den Bergen kaum noch gewachsen.<\/p>\n<p>Daher hier auch der absolute \"Geheim-Tip\" an alle, die noch an ihrem Auto bauen: Gewicht sparen, Gewicht sparen, Gewicht sparen und ein Basisfahrzeug kaufen, welches stabil genug ist. Und halt lieber den LKW-F\u00fchrerschein machen.<br \/>\nWir arbeiten bereits an einer solchen L\u00f6sung...  \ud83d\ude09<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"853\" height=\"480\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/SS3pfiVIeZI?rel=0&amp;showinfo=0\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\n<em>Dieses Video zeigt recht anschaulich, dass unser Basisfahrzeug mit dem hohen Gewicht des Koffers doch sehr \u00fcberfordert war. An dieser - eigentlich harmlosen Stelle (normale Piste mit ein paar diagonal verlaufenden Querrillen) - schaukelt sich das Auto doch sehr auf, was letztlich sogar zum Abheben des rechten Hinterrades f\u00fchrt.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><br class=\u201dclear\u201d \/><br \/>\n<strong>Warum sind wir mit dem Fahrzeug zur\u00fcckgekommen?<\/strong><\/p>\n<p>Der ein oder andere aufmerksame Leser hat es bemerkt. Entgegen unserer urspr\u00fcnglichen Planung haben wir unser \"Schneggsche\" nicht in der Mongolei \u00fcberwintern lassen, sondern sind damit zur\u00fcckgefahren. Warum? Eigentlich wollten wir doch die Reise im n\u00e4chsten Jahr in der Mongolei fortsetzen. Nun, diese Entscheidung war ein l\u00e4ngerer Prozess und l\u00e4sst sich nicht so einfach in ein paar Worten beschreiben. Zum einen wollten wir unserem \u00fcberlasteten Auto nicht nochmal eine Menge \"Offroad\"-Kilometer zumuten. Zumal wir die Entscheidung zum Kauf eines stabileren Basisfahrzeug bereits unterwegs getroffen hatten. Dazu kamen aber auch noch eine Reihe anderer Gr\u00fcnde: Bis einschlie\u00dflich der Einreise in die Mongolei konnten wir nicht verl\u00e4sslich kl\u00e4ren, ob es tats\u00e4chlich m\u00f6glich sein w\u00fcrde, das Auto stehenzulassen und ohne Auto auszureisen. Dazu kam, dass der Zeitpunkt unserer R\u00fcckkehr in die Mongolei und die dann geplante Weiterreise in eine wettertechnisch ung\u00fcnstige Zeit gefallen w\u00e4re. Aufgrund von Zollbedingungen hie\u00df es, dass falls wir das Auto \u00fcberhaupt stehenlassen k\u00f6nnten, es maximal 6 Monate im Land bleiben d\u00fcrfe. Das h\u00e4tte bedeutet, dass wir bereits Anfang M\u00e4rz n\u00e4chsten Jahres wieder h\u00e4tten in die Mongolei zur\u00fcckkehren m\u00fcssen. Viel zu fr\u00fch im Jahr. Denn dann beginnt der tief gefrorene Boden aufzutauen und hinterl\u00e4sst viel Wasser und tiefen Schlamm. So haben uns zumindest Mongolen und andere Reisende berichtet. Dazu kamen noch ein paar weitere Faktoren aus dem pers\u00f6nlichen Umfeld.<br \/>\nDie Summe all dieser Gr\u00fcnde hat uns bewogen, unseren Reiseplan anzupassen. Wir sind also mit dem Auto zur\u00fcckgefahren, werden das Basisfahrzeug gegen etwas Stabileres austauschen (der Wohnkoffer wandert dann auf das neue Fahrgestell) und danach die Reise fortsetzen.<\/p>\n<p><br class=\u201dclear\u201d \/><br \/>\n<strong>Zahlenspiele<\/strong><\/p>\n<p>\"Wieviele Kilometer seid ihr gefahren?\", \"Was kostet so eine Reise?\", \"Was m\u00fcsst ihr Geld haben!\" Solche Fragen und Aussagen h\u00f6ren wir immer wieder. Daher mal ein paar Zahlen. Auch, damit andere Reisende sich ein Bild machen k\u00f6nnen.<br \/>\nGefahren sind wir etwas mehr als 31.000 Kilometer, wobei davon fast 9.000km auf den \"Heimweg\" vom Baikalsee entfallen (diese Strecke war wirklich nur \"R\u00fcckfahrt\" und nicht mehr \"Reise\"). Insgesamt 17 mal haben wir eine Landesgrenze \u00fcberquert (davon 12 \"richtige\" Grenz\u00fcberg\u00e4nge und 5x innerhalb der EU). Im Durchschnitt hat sich unser \"Schneggsche\" etwa 22 Liter Diesel geg\u00f6nnt, den wir in einer Preisspanne zwischen 0,16\u20ac (Iran) und 1,10\u20ac (Deutschland) eingekauft haben.<\/p>\n<p>Und das Geld?<br \/>\nInsgesamt haben wir f\u00fcr die 6,5 Monate ziemlich genau 8.000,-\u20ac ausgegeben. Und zwar inclusive aller Kosten, die direkt mit der Reise zusammenh\u00e4ngen (auch Visa, Kartenmaterial, ...). Das entspricht etwa 1.230,-\u20ac pro Monat. Der gr\u00f6\u00dfte Kostenblock war erwartungsgem\u00e4\u00df der Sprit (ca. 3.000,-\u20ac), danach folgten die Ausgaben f\u00fcr Visa, Einreise-Geb\u00fchren, usw. mit 2.300,-\u20ac. An dritter Stelle lagen Ausgaben f\u00fcr Lebensmittel mit etwas \u00fcber 1.500\u20ac. Der Rest teilt sich auf in Reparaturen\/Ersatzteile, Kommunikation, Kartenmaterial, Eintrittsgelder, ...<br \/>\nInsgesamt also durchaus \u00fcberschaubar. Ohne den gro\u00dfen Block der - eigentlich - unn\u00f6tigen Geb\u00fchren, w\u00e4re das Reisen richtig billig. Preiswert ist es sowieso.<\/p>\n<p><br class=\u201dclear\u201d \/><br \/>\n<strong>Nochmal oder habt ihr jetzt die Nase voll?<\/strong><br \/>\nWer unsere Berichte gelesen hat, kennt wohl schon die Antwort. Die Reise entlang der Seidenstra\u00dfe, die uns bis in die Mongolei gef\u00fchrt hat, war f\u00fcr uns ein Highlight und wir k\u00f6nnen kaum erwarten, wieder aufzubrechen...<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun sind wir wieder ein paar Wochen zur\u00fcck in der \"Heimat\" und bem\u00fchen uns, uns wieder einzuleben. Wir haben die vielen Eindr\u00fccke, die uns diese Reise beschert hat, sacken lassen und nat\u00fcrlich in allerlei Erz\u00e4hlungen vieles \"nochmal durchlebt\". 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