{"id":4109,"date":"2020-03-06T19:49:55","date_gmt":"2020-03-06T17:49:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ufftour.de\/?page_id=4109"},"modified":"2020-03-06T19:51:26","modified_gmt":"2020-03-06T17:51:26","slug":"hafen-nador-marokko-orientierungshilfe-migranten-problematik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ufftour.de\/?page_id=4109","title":{"rendered":"Hafen Nador (Marokko) Orientierungshilfe \/ Migranten-Problematik (Stand: Jan. 2020)"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Thema der \"Mitreise-Versuche\" von Migranten an den EU-Au\u00dfengrenzen sorgt immer wieder f\u00fcr Diskussionsstoff bei Fahrzeugreisenden. Wir sind am 24.01.2020 mit der F\u00e4hre von Nador (Marokko) aus nach S\u00e8te (Frankreich) zur\u00fcckgefahren. Hier m\u00f6chten wir Informationen \u00fcber den Hafen und die Situation der Migranten dort weitergeben. Zur Erleichterung bei der Orientierung ist unten eine Karte mit Informationen angef\u00fcgt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Migranten-Problematik<\/strong><br>Seit einigen Jahren stellen Migranten, die versuchen Europa zu erreichen, die Fahrzeugreisenden vor Probleme. Dies gilt f\u00fcr verschiedene EU-Au\u00dfengrenzen und auch in gro\u00dfem Ma\u00dfe f\u00fcr Marokko. Fahrzeugreisende, die aus Marokko nach Europa zur\u00fcckreisen, stehen folgende H\u00e4fen zur Verf\u00fcgung: Tanger Med (der am meisten genutzte Hafen), Tanger Ville, Ceuta (spanische Exclave), Melilla (spanische Exclave) und Nador (direkt neben Melilla liegend). Bei allen diesen H\u00e4fen versuchen Migranten auf oder unter den Fahrzeugen das Hafengel\u00e4nde, bzw. bei den Exclaven das spanische Hoheitsgebiet zu erreichen. Beim Hafen Tanger Med ist die Migranten-Problematik etwas geringer, da hier die Zufahrt zum Hafen direkt von der Autobahn\/Schnellstra\u00dfe erfolgt und somit ein langsames Fahren durch Stadtgebiet entf\u00e4llt. Im Stop-and-Go in Stadtgebieten ist es f\u00fcr die Migranten naturgem\u00e4\u00df einfacher, auf die Fahrzeuge zu klettern.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Unsere Erfahrungen in Nador <\/strong><br>Auf dem letzten Kilometer vor dem Hafen (siehe Karte \"Hei\u00dfe Zone\"), gab es mehrere Versuche von Migranten, auf unseren LKW zu kommen. Etwa 6 oder 7 junge M\u00e4nner haben das nacheinander versucht. Auf den hinteren Unterfahrschutz, bzw. das Ersatzrad haben sie es alle geschafft, manche auch aufs Dach. Ein paar auff\u00e4llige Fahrman\u00f6ver (Schlangenlinienfahren), die wir - nat\u00fcrlich vorsichtig - durchgef\u00fchrt haben und die n\u00e4herkommende Hafeneinfahrt, haben dazu gef\u00fchrt, da\u00df sie alle wieder von selbst abgestiegen sind. Wir vermuten, weil sie gemerkt haben, da\u00df wir sie entdeckt haben. Letztlich haben sie ja, wenn sie entdeckt wurden, quasi keine Chance, auf das Hafengel\u00e4nde zu gelangen. Der Fahrer braucht ja nur der Polizei, die am Hafeneingang steht, einen Hinweis zu geben. Das scheinen sie auch zu wissen. Von anderen Reisenden haben wir gelesen, da\u00df diese \"Aufstiegsversuche\" durchaus auch schon weiter vorher passieren. Die letzten sind von unserem Fahrzeug abgestiegen, als wir auf dem Parkplatz beim Check-In (A2) angehalten haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Als wir dann das Hafengel\u00e4nde erreicht hatten, w\u00e4hnten wir uns in \"Sicherheit\". Das sollte sich jedoch sp\u00e4ter als nicht ganz richtig herausstellen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst kamen wir dort in die Warteschlange f\u00fcr die Ausreisepapiere (Kart: B). Dort standen wir recht lange. Unsere F\u00e4hre hatte letztlich fast 7 Stunden Versp\u00e4tung, was unseren Aufenthalt auf dem Hafengel\u00e4nde nat\u00fcrlich entsprechend lang machte. Nachdem die Reisep\u00e4sse gestempelt waren, mussten wir wieder warten. Irgendwann gingen dann die Untersuchungen der Fahrzeuge los. Die PKW wurden meist manuell untersucht (D), alle Transporter und wir mit unserem Allrad-LKW und einige wenige PKW wurden ger\u00f6ntgt (C). Einige Fahrzeuge wurden trotz scannen noch manuell untersucht (D). Uns blieb das erspart - bestimmt, weil wir so ehrlich ausschauen\u2026  \ud83d\ude09<\/p>\n\n\n\n<p>Anschlie\u00dfend nochmal stundenlanges Warten fast unmittelbar an der Kaimauer (E). Leider kam unsere Warteschlange, obwohl es quasi die erste am Kai war, erst ziemlich am Ende an die Reihe. Irgendwann habe ich dann mal einen Kontrollgang ums Auto gemacht, aufs Dach geschaut und auch unten drunter. Vielleicht sollte ich vorwegschicken, da\u00df wir aufgrund eines Schadens am Fahrzeug zwei Spanngurte um Kofferrahmen und Hauptrahmen gespannt hatten und als Scheuerschutz zwei Sandalen meiner Gattin \"verbaut\" hatten, da sich die beiden ersten Spanngurte am Untergurt des Hauptrahmen durchgescheuert hatten. Ich blickte so unters Auto und dachte zuerst, \"Mist, die Sandalen sind verrutscht\". Dann ist mir aber aufgefallen, da\u00df es gar keine Sandalen waren\u2026 Es hatte sich ein Migrant in unser Fahrgestell verkrochen, im Prinzip lag er \u00fcberhalb des Verteilergetriebes und der Kardanwellen und des Auspuffes. Ich habe ihn mit der Lampe angeleuchtet und deutlich aufgefordert zu verschwinden, was er auch ohne Murren tat. Ich habe dann im Anschluss das Fahrzeug noch ein paar Mal kontrolliert, aber kein Weiterer hat es versucht. Meine letzte Kontrolle war dann unmittelbar bevor wir auf die F\u00e4hre gefahren sind, kurz bevor die Beamten nochmal kontrollieren (F). Alles okay. Dann haben die Beamten kontrolliert, allerdings nur sehr oberfl\u00e4chlich. Wenn wir gewollt h\u00e4tten, h\u00e4tten wir insgesamt 9 Migranten schmuggeln k\u00f6nnen (ich habe die nicht kontrollierten Bereiche in unserem Fahrzeug nachgerechnet) ohne da\u00df es aufgefallen w\u00e4re. Also effektive Kontrolle: Fehlanzeige.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach uns kamen noch einige Fahrzeuge aufs Schiff, so konnten wir uns die \"Endkontrolle\" (F) nochmal in Ruhe aus erh\u00f6hter Position von Bord aus anschauen. Auch mit vielen anderen Fahrzeugen (stark beladenene Transporter, wir waren die einzigen Touris), h\u00e4tten blinde Passagiere mitfahren k\u00f6nnen und sind es vielleicht auch. Mindestens einen haben sie allerdings bei den letzten Fahrzeugen gefunden: auf dem Dach eines Transporter-Anh\u00e4ngers liegend. Er kletterte runter und wurde \"fast freundschaftlich\" etwa 30 Meter weggef\u00fchrt und dann dort alleine gelassen, mitten auf dem Warteplatz der Fahrzeuge. Auch der, der unter unserem Fahrzeug hing, wurde nur ein paar Meter eskortiert und dann alleine gelassen. Es wurde keiner der Gefundenen aus dem abgesperrten Hafenbereich geschafft\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit:<\/strong><br>Letztlich war das Ganze zwar spannend, aber f\u00fcr uns \"harmlos\". Wir haben keinerlei Agressivit\u00e4t erlebt, auch nicht von den Migranten, die es an unserem Auto versucht haben. Nicht bei dem, den ich unter unserem Auto rausgescheucht habe und auch nicht bei anderen, die an\/auf anderen Autos entdeckt wurden. Also Sorgen machen wir uns f\u00fcr unseren Teil daher nicht und werden auch wieder nach Marokko fahren und auch wieder Nador als Hafen w\u00e4hlen. Am Fahrzeug befestigter Stacheldraht, Stachelhecken oder Weidezaunger\u00e4te (wie teilweise in Foren \"empfohlen\") halten wir nicht f\u00fcr notwendig und distanzieren uns auch ausdr\u00fccklich von solchen Methoden. Das w\u00e4re - wenn \u00fcberhaupt - nur anders, wenn wir Agressivit\u00e4t erlebt h\u00e4tten, was nicht der Fall war. Nat\u00fcrlich w\u00e4re es schlimm, wenn einem der Jungs was passieren w\u00fcrde (vom Dach fallen, von unserem Fahrzeug \u00fcberrollt werden) oder am eigenen Fahrzeug was kaputt ginge.<\/p>\n\n\n\n<p>Was auch defintiv nicht passiert ist, war da\u00df Fahrer an deren Fahrzeuge Migranten von den Beamten entdeckt wurden, irgendwelche Schwierigkeiten dadurch hatten. Die Leute mussten vom Fahrzeug runter und die Fahrer durften unbehelligt auf die F\u00e4hre fahren. Also ist die in Foren h\u00e4ufiger genannte Sorge, als \"Menschenschmuggler\" bestraft zu werden, unbegr\u00fcndet. Zumindest war das am 24.01.2020 in Nador so und ich w\u00fcrde wetten, da\u00df das dort immer so ist. Vor allem, wenn man mit einem Touristenfahrzeug dort ankommt. Die Beamten dort kennen ja die Situation. Das mag bei LKW an der griechischen oder englischen Grenze anders sein, hier jedoch offensichtlich nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Letztendlich halten wir die durchgef\u00fchrten Kontrollen aber f\u00fcr mehr als ineffektiv. Die Polizei hat bei der Einfahrt in den Hafen gar nicht kontrolliert. Ich habe dort angehalten und selbst auf dem Dach nachgesehen. Der Beamte hat mich dann gefragt, ob alles in Ordnung sei. Das war's. In unserem Auto h\u00e4tten da zwanzig Migranten sitzen und noch einige auf dem Dach liegen k\u00f6nnen. Es gabe keine Spiegel oder Kameras um auf die Fahrzeugd\u00e4cher zu schauen, wie wir das von anderen Grenzen kennen. Es hat kein Mensch ins Fahrzeug geschaut. Also letztlich kein Wunder, da\u00df es von den Migranten immer wieder versucht wird. Das Klettern auf fahrende Fahrzeuge w\u00e4re wohl sehr leicht abzustellen, wenn schon bei der Hafeneinfahrt ordentlich kontrolliert w\u00fcrde. Wird aber nicht, also muss man damit rechnen, da\u00df es immer wieder einige auf das Hafengel\u00e4nde schaffen, deswegen muss man auch dort aufpassen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Tipps:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Ruhig bleiben und nicht deswegen nicht nach Marokko wollen\u2026 \ud83d\ude09<\/li><li>Bei der Anfahrt zum Hafen die R\u00fcckfahrkamera - falls vorhanden und m\u00f6glich - auf Dauerbetrieb stellen. Im Prinzip erfolgt der Aufstieg ja immer hinten, dann sieht man das.<\/li><li>Falls man eine Actioncam hat und einen Selfiestick, kann der Beifahrer auch das Dach recht einfach w\u00e4hrend der Fahrt im Auge halten.<\/li><li>Falls welche hochklettern, denen zeigen, da\u00df man sie entdeckt hat. Dann werden die von alleine wieder verschwinden, weil sie wissen, da\u00df sie dann an der Polizei an der Hafeneinfahrt nicht vorbeikommen. Das gelingt ihnen nur, wenn sie unentdeckt bleiben.<\/li><li>In der Regel muss man vor der Hafeneinfahrt noch zum Check-In, der liegt au\u00dferhalb. Eigentlich reicht es, wenn man sie dann dort auf dem Parkplatz runterscheucht, sprich ihnen zeigt, da\u00df man sie entdeckt hat. Hier gibt es \u00fcbrigens die typischen \"Grenzschleuser\", die mit einem zum Check-In laufen, sich wichtig machen und anschlie\u00dfend Geld f\u00fcr ihre Dienste wollen. Der Check-In ist ordentlich und gesittet, auf diese \"Hilfsdienste\" kann man getrost verzichten.<\/li><li>Im Hafengebiet selbst immer mal wieder kontrollieren (Dach und unter dem Fahrzeug), wobei das letztlich nur nach der Fahrzeugkontrolle (Scanner oder manuell) und vor dem Auffahren auf die F\u00e4hre Sinn macht.<\/li><li>Unbedingt auch vor dem Ausfahren aus der F\u00e4hre im Zielhafen nochmal das Fahrzeug kontrollieren (innen, auf dem Dach und unten drunter). Wir sind uns sicher, da\u00df es immer wieder welche aufs Schiff schaffen und die m\u00fcssen ja auch wieder runter\u2026<\/li><li>Mensch bleiben \ud83d\ude09<\/li><\/ul>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.ufftour.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Nador-Hafen-Orientierungshilfe-1024x747.jpg\" alt=\"Orientierungshilfe F\u00e4hrhafen Hafen Nador\/Marokko\" class=\"wp-image-4110\" width=\"960\" height=\"700\" srcset=\"https:\/\/www.ufftour.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Nador-Hafen-Orientierungshilfe-1024x747.jpg 1024w, https:\/\/www.ufftour.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Nador-Hafen-Orientierungshilfe-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.ufftour.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Nador-Hafen-Orientierungshilfe-768x560.jpg 768w, https:\/\/www.ufftour.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Nador-Hafen-Orientierungshilfe-1536x1120.jpg 1536w, https:\/\/www.ufftour.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Nador-Hafen-Orientierungshilfe-960x700.jpg 960w, https:\/\/www.ufftour.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Nador-Hafen-Orientierungshilfe.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><figcaption><em>Orientierungshilfe F\u00e4hrhafen Nador\/Marokko<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anmerkung:<\/strong><br>Die hier genannten  Informationen stellen unsere Erfahrungen dar. Wir k\u00f6nnen und wollen f\u00fcr  die Infos nicht garantieren und haben auch nicht \"die Weisheit mit  L\u00f6ffeln gefressen\". \ud83d\ude09<br>Wir geben nur einfach unsere Erfahrungen weiter, vielleicht kann ja jemand etwas damit anfangen... <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Thema der \"Mitreise-Versuche\" von Migranten an den EU-Au\u00dfengrenzen sorgt immer wieder f\u00fcr Diskussionsstoff bei Fahrzeugreisenden. Wir sind am 24.01.2020 mit der F\u00e4hre von Nador (Marokko) aus nach S\u00e8te (Frankreich) zur\u00fcckgefahren. Hier m\u00f6chten wir Informationen \u00fcber den Hafen und die Situation der Migranten dort weitergeben. 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