{"id":2540,"date":"2016-06-04T10:56:28","date_gmt":"2016-06-04T08:56:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ufftour.de\/?page_id=2540"},"modified":"2016-06-22T19:51:15","modified_gmt":"2016-06-22T17:51:15","slug":"reiseinfo-iran-stand-mai-2016","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ufftour.de\/?page_id=2540","title":{"rendered":"Reiseinfo Iran (Stand: Mai 2016)"},"content":{"rendered":"<p>Iran, Reiseinfos f\u00fcr Selbstfahrer, Stand Mai 2016<\/p>\n<p><strong>Einreise<\/strong><br \/>\nF\u00fcr den Iran wird ein Visum ben\u00f6tigt, f\u00fcr das Fahrzeug zwingend ein \"Carnet de passage\" (Zolldokument). Das Carnet gibt es in Deutschland \u00fcber den ADAC. In Abh\u00e4ngigkeit des Fahrzeugwertes muss eine Kaution hinterlegt werden, die man nach ordnungsgem\u00e4\u00dfen Abstempeln des Carnets im Iran (Ein- und Ausreise muss gestempelt werden) und Vorf\u00fchrung beim deutschen Zoll nach der Reise, zur\u00fcck erh\u00e4lt. Leider ist die Kaution f\u00fcr den Iran sehr hoch.<br \/>\nWir sind aus der T\u00fcrkei \u00fcber den Grenzeingang Barzagan eingereist (Hauptgrenz\u00fcbergang aus der T\u00fcrkei). Die Abwicklung war unproblematisch, die Z\u00f6llner sehr freundlich und hilfsbereit. Nervend sind die vielen \"Schlepper\", die versuchen ihre Dienste aufzudr\u00e4ngen. Man braucht diese Hilfe nicht, die Z\u00f6llner helfen einem weiter, zeigen, wohin man als n\u00e4chstes muss. Bl\u00f6d ist, dass nicht alle Beamten in Uniform sind und somit schwer von den \"Schleppern\" zu unterscheiden sind (wie leider oft an Grenz\u00fcberg\u00e4ngen). Die ganze Prozedur hat bei uns etwa 90 min gedauert. Hilfreich ist, wie meist, wenn man Kopien von Reisepass und Visum zur Hand hat. Es wurde von uns kein internationaler Fahrzeugschein verlangt (h\u00e4tten wir auch nicht gehabt).<br \/>\nDie Fahrzeugkontrolle war nicht wirklich g\u00fcndlich, da hatten wir mit mehr gerechnet. Nach Alkohol wurden wir gefragt (Einfuhr und Genu\u00df verboten!). Unser Nein wurde akzeptiert, es wurde nicht danach gesucht.<\/p>\n<p><strong>Ausreise<\/strong><br \/>\nWir sind \u00fcber den Grenz\u00fcbergang Bajgiran nach Ashgabat\/Turkmenistan ausgereist. Die Abwicklung auf iranischer Seite war schnell und unkompliziert. Das Fahrzeug wurde auf iranischer Seite nicht untersucht.<\/p>\n<p><strong>Fahrzeugversicherung<\/strong><br \/>\nDiese ist obligatorisch. Wenn man eine gr\u00fcne Versicherungskarte hat, auf der der Iran nicht gestrichen ist (selten), wird diese akzeptiert. Ansonsten muss man eine Versicherung abschlie\u00dfen. Kostete f\u00fcr unsere Mitreisenden ca. 35 EUR pro Monat (wir sind mit der gr\u00fcnen Karte gefahren). Da wir 35 Tage bleiben wollten, mussten 2 Monate abgeschlossen werden. Das Geb\u00e4ude der Versicherung ist etwa 2 Kilometer vom eigentlichen Grenz\u00fcbergang entfernt, unmittelbar bevor man den Zollbereich verl\u00e4sst (Schranke) auf der linken Seite (Steingeb\u00e4ude \"Iran insurance\"). Vorher ist schon eine Halle mit Abfertigungsschaltern wohl f\u00fcr Warentransporte (wenn man die absch\u00fcssige Stra\u00dfe vom Zollgeb\u00e4ude herunterf\u00e4hrt, linker Hand). Dort wollte man uns eine viel teurere Versicherung andrehen, also diese Halle links liegen lassen.<\/p>\n<p><strong>Tanken<\/strong><br \/>\nDiesel kann im Iran nur mit einer entsprechenden Karte getankt werden. Fr\u00fcher war der Kauf einer Dieselkarte an der Grenze wohl obligatorisch, heute nicht mehr. Tanken war nie ein Problem. Die Tankwarte haben eine Dieselkarte (hatten bei uns alle Tankstellen, die wir angefahren hatten) und stellen diese zur Verf\u00fcgung. Als Ausl\u00e4nder tankt man dann zum doppelten Tarif (Einheimische 3000 Rial pro Liter, Ausl\u00e4nder 6000), was aktuell etwa 16,5 Cent pro Liter entspricht. Mit viel Gl\u00fcck findet man einen LKW-Fahrer, der seine Karte ausleiht, dann kann man f\u00fcr 8 Cent tanken, ist aber wohl die Ausnahme, da die aufgebuchten Mengen auf die Karten wohl kontigentiert sind, bzw. die Fahrer in ihrer Firma Rechenschaft ablegen m\u00fcssen. Man findet im Netz immer wieder die Aussage, dass man vor der Stadt T\u00e4briz nicht tanken k\u00f6nne, das k\u00f6nnen wir nicht best\u00e4tigen. Die Schlepper erz\u00e4hlen das auch gerne. Auch, dass die Tankwarte den gleichen Preis berechnen, wie im Herkunftsland des Fahrzeuges. Das ist alles Quatsch. Sie k\u00f6nnen nat\u00fcrlich Diesel f\u00fcr die H\u00e4lfte des deutschen Preises besorgen...  \ud83d\ude09<br \/>\nAlso entspannt fahren und Diesel tanken.<\/p>\n<p><strong>Geld<\/strong><br \/>\nKredit- und Visakarten funktionieren nicht. Bargeld am Automaten kann man damit nicht abheben. Man muss also ausreichend Bargeld mitnehmen. Getauscht haben wir immer in mehr oder weniger offiziellen Wechselstuben (\"sarafi\"). Diese haben einen offiziellen Kurs, den man auch im Internet aufrufen kann. Es gibt wohl auch keinen wirklichen Unterschied zum Schwarzmarkt, wenn man da \u00fcberhaupt was findet. Bei Banken soll das Tauschen langwierig und mit viel b\u00fcrokratischem Aufwand verbunden sein. In den sarafi-Wechselstuben ist das nicht so: Geld hinhalten, der z\u00e4hlt nach, gibt iranisches Geld raus, fertig. Euro ist kein Problem, US-$ sind nicht notwendig.<br \/>\nDer iranische Rial ist nicht viel wert, man wird sofort zum Million\u00e4r. Der Wechselkurs lag bei ca. 40.000 Rial f\u00fcr einen Euro. Gr\u00f6\u00dfter Schein ist eine 500.000 Rial-Note, die eigentlich kein Geldschein, sondern ein Bank-Checque ist. Dieser wird aber genau wie ein normaler Geldschein verwendet, man merkt keinen Unterschied.<br \/>\nEine Besonderheit ist, dass praktisch alle Preise nicht in Rial, sondern in Tuman angegeben sind (1 Tuman = 10 Rial). Auch wenn auf Zapfs\u00e4ulen oder Waagen das Wort Rial steht, sind in aller Regel Tuman gemeint. Also muss man gedanklich immer alle Preise mal 10 rechnen, um den Rial-Preis zu haben.<\/p>\n<p><strong>Sicherheit<\/strong><br \/>\nWir haben uns im Iran immer sehr sicher gef\u00fchlt. Auch in gro\u00dfen St\u00e4dten haben wir ohne jegliche Bedenken in der Regel frei gestanden (auf irgendeinem Parkplatz, einer Seitenstra\u00dfe oder gerne an einem der vielen Parks). Wir hatten nie ein ungutes Gef\u00fchl. In anderen L\u00e4ndern machen wir das in gro\u00dfen St\u00e4den weniger gerne bis gar nicht, im Iran jedoch ohne Bedenken. Die Polizei und die Beh\u00f6rden waren stets freundlich, kontrolliert wurden wir sehr selten, an den Checkpoints in der Regel durchgewunken. Alles ohne Probleme.<\/p>\n<p><strong>Kleidung<\/strong><br \/>\nDer Iran ist eine islamische Republik, mit teils strengen Regeln. Frauen m\u00fcssen ein Kopftuch (Hijab) tragen und weite Kleidung, die nicht figurbetonend ist, z. B. ein weites Oberteil, welches bis Mitte Oberschenkel reicht. Das Kopftuch muss nicht \"streng\" getragen werden. Auch bei Iranerinnen schauen h\u00e4ufig vorne die Haare heraus. In manchen Moscheen und Heiligt\u00fcmern m\u00fcssen Frauen einen Chador tragen (ein Ganzk\u00f6rperumhang, Gesicht beibt frei). Dieser wird dort in der Regel gestellt. Manchmal darf man ihn auch mitnehmen (war bei uns in Masshad so). Iranerinnen tragen recht h\u00e4ufig einen schwarzen Chador.<br \/>\nM\u00e4nner tragen lange Hosen (kurze sind tabu). T-Shirt oder kurz\u00e4rmeliges Hemd ist okay.<\/p>\n<p><strong>Verkehr\/Stra\u00dfen<\/strong><br \/>\nDas Stra\u00dfennetz ist gut ausgebaut und in recht ordentlichen Zustand. Innerorts gibt es viele Bodenwellen (\"Bumpees\") um die Geschwindigkeit zu begrenzen. Die Dinger sind oft richtig fies und gerade f\u00fcr straff gefederte Allrad-LKWs eine Tortur. Auf manchen Autobahnen wird Maut verlangt (nicht hoch und wir wurden h\u00e4ufiger durchgewunken und mussten nichts zahlen).<br \/>\nDer Verkehr in den St\u00e4dten ist m\u00f6rderisch. Alle Fahren wie die Sau. Auf zwei spurigen Stra\u00dfen oft in Viererreihen. Blinker werden nicht benutzt. Auf der rechten Spur wird oft in zweier Reihen unvermittelt angehalten oder geparkt, genauso einfach losgefahren, auch aus Seitenstra\u00dfen. Die rechte Spur also eher meiden. Es ist generell eine hohe Aufmerksamkeit des Fahrers erforderlich!<\/p>\n<p><strong>Telefon\/Internet<\/strong><br \/>\nMan kann als Ausl\u00e4nder eine Simkarte f\u00fcr Telefonie und Internet kaufen (Kopie des Reisepasses erforderlich). Die beste Netzabdeckung hat wohl irancell (Kostenpunkt f\u00fcr 30 Tage und 5GB Volumen ca. 10 EUR). Wir konnten jedoch damit nur im Land telefonieren. Gespr\u00e4che\/SMS von und nach Deutschland waren auch mit unseren deutschen Sim-Karten nicht m\u00f6glich, obwohl ein Roaming-Netz angezeigt wurde. Wir haben immer mit Whatsapp oder Skype (mit Guthaben auch billig zu Festnetzanschl\u00fcssen in der Heimat) telefoniert. Auf dem Land ist die Geschwindigkeit meist sehr m\u00e4\u00dfig, in den St\u00e4dten in der Regel 3G oder 4G. Die meisten Webseiten gingen problemlos. Facebook ist jedoch z. B. gesperrt. Wir haben - wie alle praktisch alle Iraner auch - daf\u00fcr ein VPN benutzt (machen wir sowieso h\u00e4ufig f\u00fcr sensible Dinge wie z. B. Online-Banking). Damit ging es problemlos.<\/p>\n<p><strong>Reisen im Land<\/strong><br \/>\nDer Iran hat vieles zu bieten: Natur, tolle Landschaften, Kultur, Historisches. Aber f\u00fcr uns waren die Menschen das ganz Besondere. Wir haben noch nirgendwo so freundliche und offene Menschen getroffen. Viele winken, hupen. \"Welcome in Iran\" h\u00f6rt man von allen Seiten. Die ganzen Einladungen zum Picnic und nach Hause kann man gar nicht alle annehmen. Oft bekommen wir Tee, Essen oder Obst ans Auto gebracht. Wenn man Hilfe ben\u00f6tigt (z. B. Schaden am Auto), rei\u00dfen die sich fast ein Bein aus, um zu helfen. Oder es nimmt sich jemand extra einen Tag von der Arbeit frei, um \"seine\" Stadt zu zeigen. Einfach toll. Wir hatten vorher schon viel von dieser Freundlichkeit geh\u00f6rt und gelesen, aber unsere Erwartungen wurden noch weit \u00fcbertroffen. Ein tolles Reiseland.<\/p>\n<hr>\n<p>Anmerkung:<br \/>\nDie hier genannten Informationen stellen unsere Erfahrungen dar. Wir k\u00f6nnen und wollen f\u00fcr die Infos nicht garantieren und haben auch nicht \"die Weisheit mit L\u00f6ffeln gefressen\". \ud83d\ude09<br \/>\nWir geben nur einfach unsere Erfahrungen weiter, vielleicht kann ja jemand etwas damit anfangen...<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Iran, Reiseinfos f\u00fcr Selbstfahrer, Stand Mai 2016 Einreise F\u00fcr den Iran wird ein Visum ben\u00f6tigt, f\u00fcr das Fahrzeug zwingend ein \"Carnet de passage\" (Zolldokument). Das Carnet gibt es in Deutschland \u00fcber den ADAC. 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