Reiseinfo Tadschikistan (Stand Juni/Juli 2016)

Tadschikistan, Reiseinfos für Selbstfahrer, Stand Juni/Juli 2016

Einreise
Für Tadschikistan wird ein Visum benötigt. Wenn man die Pamir-Region bereisen will (z. B. Pamir-Highway) ist eine spezielle Genehmigung erforderlich „GBAO“, da der Pamir in dieser teilautonomen Region liegt. Die Genehmigung kann kostenlos mit dem Visum bestellt werden, es muß nur das entsprechende Feld angekreuzt werden. Die Genehmigung kann auch in der Hauotstadt Duschanbe (bei der Behörde OVIR) besorgt werden, ist dann aber mit Kosten verbunden.
Wir sind aus Usbekistan aus dem Ferganatal über den Grenzeingang Konibodom eingereist. Die Abwicklung war unproblematisch, die Zöllner freundlich und hilfsbereit. Die Fahrzeugkontrolle war auch nicht wirklich gündlich. Es wurden einige Schränke und Stauklappen geöffnet, jedoch nichts ausgeräumt.
Länger gedauert hat es nur, weil wir mit den Kosten nicht einverstanden waren. Es wurden 10 US-$ von der Pflanzenbehörde, 20 US-$ vom Veterinär (für eine nicht durchgeführte Desinfektion) und 100 US-$ Straßennutzungsgebühr/Einfuhr berechnet. Speziell die Straßenbenutzungsgebühr/Einfuhr hat uns gestört, auch weil diese nur für 2 Wochen gilt, wir aber 4 Wochen Visum haben. Man kann den Geltungsbereich um zwei Wochen verlängern (beim Zoll in Dushanbe oder Khorog, Kosten: US-$ 20), was wir aber nicht getan haben. Die Aussagen an der Grenze gingen von „nicht notwendig“ über „keine Kosten“ oder „5 $“ bis „nochmal 100$“. Die 100$ gelten für LKWs bis 10to. PKWs zahlen 25$. Wir haben lange bzgl. Wohnmobil verhandelt, jedoch ohne Erfolg.

Ausreise
Wir sind über den Grenzübergang am Kyzylart-Pass („Pamir-Highway“) nach Kirgistan ausgereist. Die Abwicklung dauerte nur kurz, weniger als 30 Minuten. Das Fahrzeug wurde nicht kontrolliert. Außer den Ausweisen und den Deklarationskopien von der Einreise wurde auch das Fahrzeug-Einfuhr-Dokument verlangt (das oben beschriebene für $100). Glücklicherweise hat sich keiner der Beamten am überschrittenen Datum gestört oder dieses nicht beachtet. Vielleicht habe ich die Herren auch nur erfolgreich durch mein Redetalent abgelenkt… 😉

Fahrzeugversicherung
Wurde nicht verlangt. Wir haben keine abgeschlossen.

Maut
Die gesamte Strecke vom Norden (Khujand) nach Duschanbe ist mautpflichtig. Wir mussten dafür nochmal – zu der oben genannten Straßenbenutzungsgebühr – über EUR 20,- zahlen. Die Maut wird in Bar an vielen Kassenhäuschen für die einzelnen Teilstrecken erhoben.

Tanken
Diesel gibt es fast überall. Die Preise schwanken je nach Region recht stark. Am günstigsten war es im Norden mit etwa 0,48 EUR/l, im Bereich Duschanbe kostete der Liter ca. 0,53 EUR, in Khorog ca. 0,63 EUR und in Murgab (Pamir-Highway) ca. 0,70 EUR. In der Pamir-Region soll der Diesel auch nicht so gut sein.

Geld
Getauscht haben wir in einer Bank und einmal an einem Geldautomaten in Duschanbe gezogen. Kurs war jeweils in Ordnung. Geldautomaten funktionieren nicht immer, unser erster Versuch in Khujand war gescheitert. Alle Geldautmaten wollten nix ausspuken und wir haben EINIGE probiert.

Sicherheit/Korruption
Wir haben uns immer sicher gefühlt. Es gibt sehr viele Registrierstellen (Checkpoints) an den Ausfall- und Eingangsstraßen, wo auch fast immer die Daten aus dem Reisepass aufgeschrieben werden. Diese Polizisten sind meist korrupt und werden von Einheimischen bestochen. Als Tourist hat man damit wenig zu tun. Wenn man aufmerksam ist, fällt auf, dass die Einheimischen häufig Geldscheine zwischen den Ausweisen stecken haben. Oder Geldscheine zwischen den Fingern und beim Händereichen zieht der Polizist die Scheinchen weg.
Einmal hat uns ein Polizist ganz konkret auf Geld angesprochen. Die Strecke von Khujand nach Duschanbe ist tagsüber (10 – 20 Uhr) für LKWs gesperrt. Die Beschilderung weisst ein Fahrverbot ab 6 Tonnen Achsgewicht aus (an einer Kontrollstelle wurden wir gewogen und durften weiterfahren). Wir erklärten dem Beamten (und zeigten es anhand der Fahrzeugpapiere), dass unser Auto max. 4,4to Achsgewicht hat, aber das interessierte ihn nicht. Wir müssten bis abends warten. Oder ihm 10$ geben… Wir haben dann gesagt, dass wir Korruption nicht unterstützen, haben uns ins Auto gesetzt und sind weitergefahren.
Ein anderes Mal hat an einer der vielen Registrierungsstellen ein Beamter eine Fahrzeugkontrolle durchgeführt. Blinker, Licht, Bremslicht, usw. Da wir so etwas an keiner Kontrollstelle bei keinem anderen Fahrzeug gesehen haben (und viele Fahrzeuge eine solche Kontrolle nicht bestehen würden), gehen wir davon aus, dass der Beamte auf Schmiergeld aus war. Wir haben freundlich den Fahrzeugtest mitgemacht und durften dann auch irgendwann weiterfahren.

Kleidung
Unproblematisch. Kurze Hosen bei Männern gibt es praktisch nicht. Hier sollte man sich der Tradition anpassen.

Telefon/Internet
Sim-Karten gibt es wohl nicht für Ausländer ohne Registrierung, aber bei einem Touristenvisum 30 Tage gibt es keine Registrierung. Beim zweiten Versuch fanden wir einen Shop, wo der Verkäufer das für uns löste (wohl auf seinen Namen oder eine andere vorliegende Passkopie). Es gibt verschiedene Anbieter. Lt. unserem Reiseführer sollte TCell im Pamir eine bessere Abdeckung haben. Wir hatten eine Beeline und eine TCell. Große Unterschiede konnten wir nicht bemerken. Außerhalb der Städte ist der Internetzugang, falls überhaupt vorhanden, praktisch nicht nutzbar (extrem langsam). Am Pamir-Highway soll Megaphone die beste Abdeckung haben (hat uns eine Dame vom Touristenbüro in Khorog erzählt). Die Sim-Karten sind billig, wir haben pro Karte mit genügend Datenvolumen weniger als 4 EUR für einen Monat bezahlt.

Reisen im Land
Der größte Teil von Tadschikistan liegt im Gebirge. Auch die Hochebenen und Hochtäler erreichen schnell Höhen von über 3000m und über 4000m. Manche bekommen da schon Höhenprobleme (Schwindel, Kopfschmerzen, Atemnot). Wir haben im Juni/Juli Temperaturen zwischen unter 0°C (in 4300m Höhe) und über 30°C erlebt. Im Süden soll es noch deutlich wärmer werden (im Sommer bis 50°C)
Übernachten mit dem Wohnmobil war überall unproblematisch. Nur im direkten Grenzgebiet zu Afghanistan kann es Probleme mit dem Militär oder der Polizei geben. Wir haben trotzdem häufig direkt am Grenzfluss übernachtet. Einmal wurden wir weggeschickt, allerdings kamen die Soldaten erst am Morgen, als wir beim Frühstück waren. Mitreisende sind auch einmal weitergeschickt worden. Einmal wurden wir spät abends von zwei Soldaten kontrolliert (die Ausweise), wir durften aber stehen bleiben.
Die Nationalparks kosten meist eine Gebühr pro Tag. Für das Grenzgebiet zu Afghanistan im Süden Tadschikistans braucht man eine spezielle Genehmigung. Im gesamten GBAO-Gebiet (Pamir-Region) ist die Grenzgenehmigung in der GBAO-Genehmigung enthalten.


Anmerkung:
Die hier genannten Informationen stellen unsere Erfahrungen dar. Wir können und wollen für die Infos nicht garantieren und haben auch nicht „die Weisheit mit Löffeln gefressen“. 😉
Wir geben nur einfach unsere Erfahrungen weiter, vielleicht kann ja jemand etwas damit anfangen…