Reiseinfo Usbekistan (Stand Juni 2016)

Usbekistan, Reiseinfos für Selbstfahrer, Stand Juni 2016

Einreise
Für Usbekistan wird ein Visum benötigt. Man liest hier und da, dass für Wohnmobile eine spezielle Genehmigung erforderlich sei oder eine Gebühr erhoben würde. Uns hat niemand nach einer solchen Genehmigung gefragt und auch keine Gebühr berechnet.
Wir sind aus Turkmenistan über den Grenzeingang Dashoguz/Urgench eingereist. Die Abwicklung war unproblematisch, die Zöllner sehr freundlich und hilfsbereit.
Die Fahrzeugkontrolle war auch nicht wirklich gündlich. Es wurden zwar so ziemlich alle Schränke und Stauklappen geöffnet, jedoch nichts ausgeräumt.
Es fielen keinerlei Kosten an.

Ausreise
Wir sind über den Grenzübergang bei Kokand (Fergana-Tal) nach Tadschikistan ausgereist. Die Abwicklung auf usbekischen Seite dauerte etwa eine Stunde. Das Fahrzeug wurde noch umfangreicher untersucht, wie bei der Einreise. Thema Registrierung: siehe „Reisen im Land“

Fahrzeugversicherung
Diese ist obligatorisch. Wir haben in Chiwa, unserer ersten Station eine Versicherung abgeschlossen. Diese hat für 4 Wochen etwa 2 EUR gekostet. Ich glaube allerdings nicht, dass diese Versicherung im Schadensfall irgend etwas bezahlt hätte. Aber wir hatten immerhin einen Schein, um diesen bei Polizeikontrollen vorzuzeigen. Wir sind aber nie danach gefragt worden. In unserem Fall hat die Versicherung übrigens 8 EUR gekostet: Das Auto läuft auf meine Frau und ich bin auch Fahrer. Dafür den vierfachen Preis! Okay, bei 6 EUR lohnt es sich nicht wirklich, sich darüber zu ärgern…

Tanken
Entgegen vieler Darstellungen im Netz, gibt es in Usbekistan frei verkäuflichen Diesel. Allerdings gibt es sehr wenige Dieselfahrzeuge (selbst die meisten LKWs fahren mit Gas), fast nur in der Landwirtschaft. Deshalb ist der Diesel öfters knapp. Im Juni war das kein Problem, an fast allen Tankstellen, an denen wir gefragt haben, konnten wir Diesel tanken. An einer allerdings nur 80 Liter. Der Preis betrug jeweils um die 47 Euro-Ct. Wir sind mit vollen Tanks aus Usbekistan ausgereist. Im Herbst während der Erntezeit kann das vielleicht anders aussehen…

Geld
Geld muss man unbedingt auf dem „Schwarzmarkt“ tauschen. Der Kurs ist dort fast doppelt so hoch, wie bei den Banken. Geldwechsel findet man praktisch immer im/beim Basar. Einfach nach Leuten mit großen Geldbündeln schauen. Euro und Dollar kann man problemlos tauschen. Man erhält immer dicke Geldbündel. Der größte Schein ist 5000 Sum. Dies entspricht weniger als einem Euro (Schwarzmarktkurs im Juni: 1 EUR = 6400 Sum). Oft gibt es auch nur 1000er Scheine. Also die Geldbörse reicht hier nicht, eine Tasche oder Tüte ist notwendig…

Sicherheit
Wir haben uns immer sicher gefühlt. Es gibt immer mal wieder Polizeikontrollen (Checkpoints) an den Ausfall- und Eingangsstraßen, aber kein Vergleich zu Turkmenistan oder Tadschikistan.

Kleidung
Unproblematisch. Für Frauen ist kein Kopftuch notwendig. Kurze Hosen bei Männern gibt es praktisch nicht. Hier sollte man sich der Tradition anpassen.

Telefon/Internet
Sim-Karten gibt es wohl nicht für Ausländer. Im dritten Shop, in dem wir nachgefragt hatten, hat der Verkäufer die Karte einfach auf sich registiert. 4 Wochen mit 1,7 GB Volumen haben etwa 6 EUR gekostet.

Reisen im Land
In Usbekistan kann man für wenig Geld in vielen kleinen Straßenrestaurants essen. Während wir sonst meist selbst kochen, haben wir in Usbekistan häufig „auswärts“ gegessen.

Im Juni war es schon sehr heiß (Buchara über 43°C).

Eine Besonderheit (und problematisch für Wohnmobilfahrer) sind die vorgeschriebenen Registrierungen. Man muss wohl für jede Nacht, die man in Usbekistan verbringt, eine Hotel-Registrierung vorweisen (die Hotels müssen jede Übernachtung an den Staat melden, täglich kommt die Polizei zur Kontrolle). Wenn man also im Auto übernachtet, wird es schwierig. Die Registrierungen werden evtl. bei der Ausreise kontrolliert. Einige Reisende (auf dem Landweg) wurden wohl nicht danach gefragt. Wir haben uns in den drei Städten, die wir besucht haben (Chiwa, Buchara, Samarkand) registriert. Wir haben dazu jeweils ein Guesthouse angefahren und dort quasi das günstigste Zimmer gebucht. Wir haben dann im Auto vor dem Haus geschlafen, Dusche, Wifi und Frühstück des Guesthouses mitbenutzt. Auf den Zimmerpreis haben wir noch einen Rabatt bekommen, weil wir ja das Zimmer nicht benutzt haben. So haben wir pro „Registrierung“ rund 15 EUR bezahlt (für 2 Personen), noch ein paar Annehmlichkeiten genutzt und jeweils sehr zentral gestanden (in Samarkand z. B. nur 250m vom Registan entfernt).
Natürlich hat man während der ganzen Zeit im Land im Hinterkopf, dass es bei der Ausreise zu Problemen kommen kann. Man liest von mehreren hundert US-$ Strafe. Das beeinträchtigt leider das Reisen.
Bei der Ausreise wurden wir von einem Beamten dreimal nach den Registrierungen gefragt. Ich habe ihn aber nicht verstanden, denn er konnte ja kein Englisch… 😉 Ich habe dann immer die Städte aufgezählt, in denen wir waren. Beim dritten Mal hat er aufgegeben und unsere Papiere fertig gemacht. Wir mussten also keine Strafe zahlen. Ob man das Risiko eingeht, muss jeder mit sich selbst ausmachen. Wir würden es beim nächsten Mal wieder so machen (zumindest eine Registrierung am Anfang der Reise würden wir machen) und mit dem Restrisiko leben.

Noch ein Wort zum Fergana-Tal: Das Tal im Nordosten Usbekistans bietet wirklich fast nichts, was einen Reisenden interessiert, praktisch keinerlei Sehenswürdigkeiten oder Naturerlebnisse. Speziell für Wohnmobilfahrer besteht das Problem, dass man fast keinen Stellplatz findet. Das Tal ist komplett besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Wir würden diesen „Umweg“ (rd. 1000km nicht mehr machen).


Anmerkung:
Die hier genannten Informationen stellen unsere Erfahrungen dar. Wir können und wollen für die Infos nicht garantieren und haben auch nicht „die Weisheit mit Löffeln gefressen“. 😉
Wir geben nur einfach unsere Erfahrungen weiter, vielleicht kann ja jemand etwas damit anfangen…