Reiseinfo Turkmenistan (Stand: Mai/Juni 2016)

Turkmenistan, Reiseinfos für Selbstfahrer, Stand Mai/Juni 2016

Einreise
Für Turkmenistan wird ein Visum benötigt (es gibt ein Touristen und ein Transitvisum). Bei uns wurde auf einen internationalen Führerschein bestanden, den wir glücklicherweise hatten. Ein internationaler Fahrzeugschein war nicht notwendig.
Wir sind aus dem Iran über den Grenzeingang Bajgiran eingereist. Die Abwicklung war unproblematisch, die Zöllner sehr freundlich und hilfsbereit. Jedoch hat die Prozedur über 3 Stunden gedauert. 5 oder 6 Büros waren nacheinander zu besuchen. Überall wurden die Daten von Reisepaß und Fahrzeugschein immer wieder von Hand in Bücher und Listen eingetragen.
Die Fahrzeugkontrolle war auch nicht wirklich gündlich. Es wurden zwar so ziemlich alle Schränke und Stauklappen geöffnet, jedoch nichts ausgeräumt. Mindestens zehnmal sind wir jedoch nach Waffen gefragt worden.
Es fielen einige Kosten an. Neben der Gebühr für die Visa (die wir ja vorab bezahlt hatten) rund US-$ 199: 25$ für beide Personen, 50$ Straßenbenutzungsgebühr (Frechheit, wenn man sich die Straßen anschaut), 60$ Dieselsteuer (abhängig von der Fahrtstrecke), 50$ Fahrzeugversicherung, 5$ allgemeine Gebühr, 4$ Bankgebühr.
Inhaber eines Transitvisums müssen schon bei der Beantragung des Visums Ein- und Ausreisegrenzübergang angeben. Diese sind absolut verpflichtend und bestimmen auch in der Regel die Dauer des Visums (max. 5 Tage). Auch die Fahrtstrecke wird genau festgelegt und in den Papieren eingezeichnet. Abweichungen von der festgelegten Route kosten US-$ 1.000,- pro Abweichung. Wir durften z. B. nur die direkte Strecke Ashgabat – Gaskrater – Konya Urgench – Dashoguz nehmen. Selbst ein Besuch der nah Ashgabat gelegenen Ruinenstadt Nisa war nicht erlaubt.

Ausreise
Wir sind über den Grenzübergang Dashoguz nach Usbekistan ausgereist. Die Abwicklung auf turkmenischen Seite dauerte recht lange (obwohl es Ausreise war!). Das Fahrzeug wurde praktisch genauso untersucht, wie bei der Einreise. Hier sind wir auch auf einen korrupten Zöllner gestossen. Er beanstandete die großen Dieseltanks der Fahrzeuge. Diese seien nicht original und somit nicht zulässig. Ich hatte Glück, dass unsere Tanks im Fahrzeugschein extra eingetragen sind (hatte unser TÜVler so gemacht). Das wurde akzeptiert. Unsere Mitreisenden hatten weniger Glück. Demonstrativ hat er unsere Papiere gestempelt, deren nicht. Und mehrfach sehr deutlich gesagt, dass sie sich überlegen sollten, was sie ihm dafür geben, dass er sie fahren lässt.

Fahrzeugversicherung
Diese ist obligatorisch und wird direkt vom Grenzer abgeschlossen (US-$ 50,- für unser Fahrzeug)

Tanken
Diesel tanken war unproblematisch (3x). Bezahlt haben wir jeweils in US-$

Geld
Wir haben kein Geld getauscht. Wir waren ja auch nur 3,5 Tage im Land. Die Gebühren an der Grenze müssen in US-$ bezahlt werden. Tanken war ebenfalls mit US-$ möglich. Einmal haben wir auf einem „Bazar“ Bier gekauft und in US-$ bezahlt (zu gutem Kurs), wir mussten aber bei mehreren Ständen fragen, bis wir jemand fanden, der US-$ genommen hat.

Sicherheit
Sicher ist es in diesem bizarren Land wohl. Die Polizeipräsenz ist sehr hoch.

Kleidung
Unproblematisch. Für Frauen ist kein Kopftuch notwendig. Teilweise haben wir in Ashgabat sehr freizügig gekleidete junge Frauen gesehen.

Telefon/Internet
Keine Infos vorhanden, haben wir nicht genutzt/gebraucht.

Reisen im Land
Das Land ist bizarr (siehe Reisebericht). Es drohen viele Strafen (z. B. darf man nicht mit einem schmutzigen Fahrzeug fahren). Diese ständige Gedanken haben bei uns die Reise schon etwas beeinträchtigt. Wir hatten im Rückblick allerdings keine Probleme. Wir wurden an keiner der vielen Polizei-Checkpoints angehalten oder kontrolliert. Der korrupte Zöllner bei der Ausreise war jedoch ein Hinweis, was einem blühen kann und wenn so einer will, findet er immer etwas. Zumal man aufgrund des kurzen Visums quasi immer in Zeitdruck ist. Und bei Visumsüberschreitung droht in diesem Land schnell Gefängnis, selbst wenn man verunfallt ist, wie wir von anderen Reisenden erfahren haben, die wir direkt nach der Ausreise in Usbekistan getroffen haben (siehe Reisebericht ganz unten).

Auf der Strecke von Ashgabat nach Norden Richtung Konya Urgench (rund 500km, am Gaskrater vorbei), gibt es bei Erdent/Yerdent eine Tankstelle. Diese war bei unserer Vorbeifahrt auch in Betrieb.

Fazit: ein bizarres Land, das man ruhig gesehen haben sollte, bei dem man aber froh ist, wenn man wieder raus ist…


Anmerkung:
Die hier genannten Informationen stellen unsere Erfahrungen dar. Wir können und wollen für die Infos nicht garantieren und haben auch nicht „die Weisheit mit Löffeln gefressen“. 😉
Wir geben nur einfach unsere Erfahrungen weiter, vielleicht kann ja jemand etwas damit anfangen…