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Belgientour 2006

Samstag, 09.09.06
Ich hatte mich bereit erklärt zur Bäckerei zu joggen und hatte beim Bäcker ein nettes Gespräch mit der ca. 80-jährigen Frau des Bäckers. Ein guter Tag, frische Brötchen für Stefan und Kontakt zu Einheimischen für mich. Und auf einem Plakat entdeckte ich ein Flohmarkt im Nachbarort. Das war unser nächstes Ziel. Belgien ist berühmt für seine Antiquitäten. Die wollten wir zwar nicht unbedingt, aber dem einen oder anderen Schnäppchen waren wir nicht abgeneigt.
In Westende Bad fand der Rommelmarkt statt. Leider waren um 11 Uhr, als wir ankamen schon alle Schnäppchen geschnappt. Trotzdem war es interessant, denn es wurden viele lustige Dinge angeboten und wenn wir Platz gehabt hätten, wären sicher einige Dinge bei uns zu Hause gelandet. Ohne Trödel ging es weiter an der Küste entlang.
Die letzte Strecke an der Küste entlang von Belgien sah man auch etwas vom Meer. Wir kamen durch Orte auf deren Einkaufsstraßen reger Betrieb herrschte. Wir fuhren noch bis La Panne die letzte Stadt an der Küste von Belgien. Von dort aus änderten wir die Richtung ins Landesinnere. Unser nächstes Ziel war die Stadt Ieper. Der Kapitän des Radschiffdampfers in Brügge hatte uns diese Stadt empfohlen.

Ieper wurde 1914-18 im ersten Weltkrieg total zerstört. Die Stadt war total plattgemacht worden. So wie sie heute wieder aufgebaut ist hätte sie früher ausgesehen. Es ist eine schöne Stadt, mit vielen schönen Häusern. Die Stadt ist sauber und sieht sehr gepflegt aus. Im Zentrum der Stadt war an diesem Tag ein Volksfest und Tag der offenen Tür.

Wir bummelten etwas rum, sahen uns alles an tranken einen Kaffee und entschieden uns dann für die Weiterfahrt. Diese brachte uns nach Roselaeve, wo an diesem Wochenende die Belgien Ralleye (08-10.09.06) stattfand. Natürlich sahen wir uns das Fahrerlager an und einen Start einer Klasse. Etwas später standen wir inmitten des Tankgetümmels der Rennwagen. Sie tankten an einer öffentlichen Tanke und wir versperrten mit unserem Spritschlucker eine Zapfsäule. Bis der Nissan voll ist dauert ein bisschen, leer ist er schneller. Ganz in der Nähe der Tankstelle fanden wir in einem Gebiet der Kleingärtner ein Wiesenparkplatz, der an diesem Abend unser Nachtlager wurde. Es war der Ausgangsplatz für Wanderungen, die zu einigen Gewässern führt. Bis in die späte Nacht und früh am nächsten Morgen hörte man die Rennwagen ganz in der Nähe vorbeirauschen. Es war aber kein Geräusch das mich gestört hat. Schlechter war, das die Belgier anscheinend alle von diesem Platz aus Wandern wollten, oder wenigstens mit dem Fahrrad hier vorbeifuhren.

Sonntag,10.09.06
So waren wir früh wach und fuhren nach Roselaeve Brötchen kaufen. Zum Frühstücken fuhren wir wieder auf diesen Platz zurück. Denn eigentlich war er hübsch, man behinderte niemanden und die Geräuschkulisse der Rennwagen ließ einem in dem Glauben in der ersten Reihe zu sitzen. Es ging weiter in Richtung Ronqiueres, wir verfuhren uns wieder einmal ein wenig und landeten auf einem großen Flohmarkt mit Stadtfest. Das war uns überhaupt nicht unangenehm. Der Flohmarkt war riesig und sogar um 17 Uhr noch in vollem Gange. Später fanden wir Ronquieres und stellten uns in dieser Nacht am Damm des Flusses mitten auf eine Wiese. Unser nächstes Ziel war die „schiefe Ebene", eine Schleuse.

Montag, 11.09.06
Die Schiefe Ebene von Ronquières
Um den Höhenunterschied der Kanäle zu überbrücken wurde diese schiefe Ebene gebaut. Die Schiffe fahren in Tröge und werden hochgezogen oder runtergelassen. Der ganze Vorgang dauert 40 Minuten. Wir hatten Glück und konnten einen Schleusengang beobachten. Ich bin nicht mehr sicher, aber diese faszinierende Technik wurde um die 1920 gebaut.

Dem gegenüber steht die modernste Technik in Strépy-Thieu. Dort mussten wir auch hin. Ein ganz moderner riesiger Bau. Ein Lift der riesige Kähne in Tröge fahren lässt und dann ein Stockwerk tiefer wieder in den Kanal entlässt. Ein technisches Wunderwerk der heutigen Zeit.

Nach soviel Technik war es Zeit für eine unkomplizierte Stadtbesichtigung. Charleroi, laut Reiseführer eine Shopping-Stadt. Wir haben den Vergleich mit unserem Völklingen im Saarland geschlossen. Nur Türken-Läden, billige Ramsch-Läden und beinahe hätte ich gesagt nur Ausländer, gut wir gehörten auch dazu. Die Häuser sind uralt, schlecht erhalten und total ungepflegt. Ich habe in dieser Stadt gar nichts schönes gesehen. Nicht einmal die kleine Mahlzeit in einem Imbiss war besonders. Schnell ins Auto, falls es noch da war, und weiter. Zurück nach Le Roulx Houdaing. Wir suchten das Ökomuseum Bois du Luc. Wieder wünschten wir uns unseren Pfadfinder herbei. Nach hoffnungslosem Verfahren entschieden wir uns, am aus Versehen gefundenen, Etang du Strepy zu nächtigen.
Mitten in einem Ort hinter der Kirche war ein ziemlich großer Angelweiher, an den man bis ans Ufer ranfahren konnte. Eine Schar Wildgänse wurden Stefans Freunde an diesem Abend. Sie fraßen ihm aus der Hand und ließen ihn ganz nah an sich heran.

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